Donnerstag, 16. Juli 2015

Fazit nach einem Jahr Leben an Bord





Seit einem Jahr leben Alfons und ich nun auf unserer Murada.

Zeit ein Fazit zu ziehen und sich wieder einmal zu melden.

Wirklich erst vor einem Jahr?

Die Sommerferien begannen  so spät wie sonst nie. Am 31.07.2014  flogen wir nach Südfrankreich, um auf unsere Murada zu ziehen. Wie viele Eindrücke und Erlebnisse liegen dazwischen. Das erste Jahr auf Reisen kommt mir vor wie 7 gelebte Jahre zu Hause, wo, noch sehr gut in Erinnerung,  ein Termin den nächsten ablöste, die Tage und Wochen vorstrukturiert mit zahlreichen Pflichten nur so dahinflogen.

Wie viel konnten und durften wir seitdem erleben!

Gestartet in Südfrankreich segelten wir über die Ostküste Spaniens, die Balearen,  Gibraltar nach Portugal an die Algarve. Von dort segelten wir nach Porto Santo und Madeira und zu den Kanarischen Inseln. Angekommen in Graciosa, besuchten wir Lanzarote, Fuerteventura, wiederholt Gran Canaria, Teneriffa und La Gomera. Von unserer Stippvisite in Marokko handelte unser letzter Bericht.

Mit ganz viel Zeit haben wir wunderbare Landschaften und Inseln erkundet, viele Besichtigungen und Wanderungen gemacht, Spanisch gelernt, einen Salsa Kurs besucht, Ashtanga Yoga kennen und lieben gelernt und ganz viel am Boot gewerkelt. Alles und jedes Teil hat inzwischen seinen Platz an Bord gefunden und Alfons hat seinen Abenteuerspielplatz technisch und praktisch perfekt im Griff.

Ein Jahr lang bin ich, insgesamt 8 mal,  nach Süddeutschland geflogen, um wochenweise meine Enkelkinder zu betreuen. Auch diese Zeit ist nun abgeschlossen.  Ronja hat ihre zweijährige Ausbildung mit Bravour abgeschlossen und nennt sich nun "heilpädagogische Förderlehrerin". Es war für uns alle  eine intensive und schöne Zeit.

Wie besonders die Menschen, die uns begleiten und die wir kennenlernen den besonderen Reiz einer jeden Reise ausmachen. So haben wir neue Freundschaften mit Seglern geschlossen, die ein Stück mit uns gesegelt sind oder mit denen wir eine besonders schöne Zeit in einem Hafen verbrachten.  Aber oft heißt es nach einer gewissen Zeit, Abschied zu nehmen.  Die Route, die Ziele, der Weg ist ein anderer. Mit einem weinenden Auge winkt man zum Abschied und hofft, sich irgendwo und irgendwann einmal wiederzusehen.

Unser Fazit für dieses erste Jahr als Fahrtensegler fällt positiv aus. Wir sind in unserem Traum angekommen, wissen, wie sehr alles von unserer Gesundheit abhängt, genießen sehr bewusst. Wir versuchen uns von kleinen Widrigkeiten nicht die Laune verderben zu lassen, nehmen Probleme als Herausforderung an, versuchen uns geistig und körperlich fit zu halten. Wir leben jeden Tag mehr oder weniger draußen, ernähren uns einfach und gesund, gönnen uns aber doch täglich ein Gläschen Wein. Wir schmieden eifrig neue Pläne, in der Hoffnung, dass sie sich erfüllen mögen. So sieht unser Plan für die kommenden Monate folgendermaßen aus:

August          - Felix (ohne Anja) hat unsere Angelausrüstung einsatzfähig gemacht und ist                     gerade nach Barcelona weitergereist

                      - Besuch von Ronja, Lea und Tom

September    - Segeln zu den Kanarischen Inseln La Palma und El Hierro   

Oktober        - 90. Geburtstag meines Vaters in Hannover

November     - Segeln zu den Cap Verden

Dezember     - Segeln in die Karibik  

In den nächsten Tagen wollen wir den Teide besteigen. Mit seinen 3700m ist er der höchste Berg der Kanaren und Spaniens und noch bin ich mir gar nicht sicher, ob wir den Aufstieg wirklich schaffen werden.