Dienstag, 29. September 2015

Vulkane, Mondfinsternis und Hausmusik




La Palma: Vulkane, Mondfinsternis, Hausmusik und nette Begegnungen !



Als wir uns Mitte September mit unserer SY Murada auf den Weg nach La Palma machen, wissen wir noch nicht, wie reich beschenkt wir zurück segeln werden.

La Palma, auch Isla Bonita, die schöne und Isla Verde, die grüne Insel genannt, soll ihre Verheißung voll erfüllen.

Aus der Ferne scheint die Insel aus zwei hohen Bergen zu bestehen und mir liegt das Lied von Jim Knopf "...Eine Insel mit zwei Bergen....." auf den Lippen, als wir uns La Palma von Süden kommend nähern. Umso überraschter stelle ich fest, dass die Insel aus einem halbkreisförmigen Höhenrücken, bestehend aus einer Reihe von Vukanen, besteht. Zum Süden hin fallen die Vulkane ab und der südlichste Vulkan ist erst 1977 ausgebrochen.

Wir segeln in den Hafen von Tazacorte an der Westseite der Insel. Hier treffen wir Federico, den Stützpunktleiter von TO (Trans Ocean Verein), mit dem Alfons schon länger über Funk in Kontakt steht. Und wie so oft, sind es die Menschen, denen wir begegnen, die es schaffen,  dass wir uns sofort wohl fühlen. Mit Federico und seiner Frau Rolande verleben wir einen wunderbaren Nachmittag auf deren Finca, genießen den herrlichen Ausblick auf den Atlantik, erfahren interessante Dinge von Land und Leuten und u.a. auch, dass Helga Koch, die mit ihrem Mann zu einem der ersten Weltumseglerpaare gehörte und deren Bücher wir verschlungen haben, hier ganz in der Nähe wohnte.

In den nächsten Tagen erkunden wir die Insel mit dem Bus, fahren auf die NO Seite nach Santa Cruz und stellen überrascht fest, dass es auf den Kanarischen Inseln auch regnen, nein schütten !!! kann. Völlig unvorbereitet hangeln wir uns von der Kirche zum Rathaus und in ein Cafe und fahren am Nachmittag durchnässt mit dem Bus wieder zurück. Kaum fahren wir über den Höhenkamm der Insel auf die Westseite, scheint die Sonne und der Spuk ist vorbei. Unser Tip: Falls ihr La Palma besuchen wollt, wählt die Westseite als Ausgangspunkt.

Aber natürlich erklärt der Regen die üppige Vegetation La Palmas. Da wir einige Wanderungen ins grüne Innere der Insel unternehmen wollen und die Ausgangspunkte nicht mit dem Bus erreichbar sind, mieten wir uns ein Auto. So können wir auf Vulkangipfel, vorbei an interessanten geologischen Formationen vulkanischen Ursprungs mitten durch üppiges Grün, wandern. Wir erfahren, dass die kanarische Kiefer dank ihrer dicken Borke in der Lage ist, Brände durchzuhalten und sehen das frische Grün beim Neuaustrieb der Nadeln. Wir testen unsere Sportlichkeit im Kletterpark, fahren auf den höchsten Berg der Insel, den mit 2.426m hohen Roque de los Muchachos und besichtigen eine Sternwarte.

La Palma ist für ihren klaren und sauberen Nachthimmel berühmt und ein idealer Ort für Astronomie und Sternbeobachtung. Hier haben einige Länder Sternwarten errichtet. Die Unesco hat die Insel zum Weltbiosphären Reservat erklärt.

Es ist Vollmond. Wir erhalten die Möglichkeit durch ein Teleskop den Mond zu sehen. Es ist sehr beeindruckend, die Krater und Erhebungen auf dem Mond deutlich erkennen zu können.

Unser Interesse ist geweckt. In der Nacht vom 27. auf den 28. September wollen wir von Bord aus die Mondfinsternis beobachten.  Gemeinsam mit der Nachbarcrew Karen und Reinhard setzen wir uns zusammen. Bei einem Glas Wein ist die Zeit schnell vergangen und um 2 Uhr morgens liegen wir, bewaffnet mit Ferngläsern und Fotoapparaten rücklings im Cockpit. Wir schauen zu und staunen, wie sich der Schatten der Erde allmählich über den Mond schiebt und dieser sich zusehens rot färbt. Ein einmalig schönes Schauspiel, das uns die Natur schenkt. Als gegen 4 Uhr früh der Mond langsam wieder aus dem Schatten der Erde auftaucht, lassen wir die Nacht mit Gitarrenmusik und Gesang ausklingen. Wir verbringen noch wunderbare Tage mit Karen und Reinhard, die mit Keybord, Akkordeon,  Gitarre und Gesang unser Schiff zum Schwingen bringen.

Leider heißt es, wie schon so oft, irgendwann Abschied zu nehmen. Da wir uns aber alle sozusagen auf dem Segler Highway befinden, hoffen wir sehr, die beiden irgendwann einmal wieder zu treffen.

Wir sind inzwischen zurück auf Teneriffa in unserem fast schon Heimathafen San Miguel. In den nächsten Tagen werden wir unsere Murada ein letztes Mal überholen, sie mit Proviant füllen und startklar machen. Nach der Rückkehr aus Deutschland Anfang November planen wir, passendes Wetter vorausgesetzt, zu den Kap Verden zu segeln.