Dienstag, 15. März 2016

Familienauszeit





Schon wird angemerkt, dass die regelmäßigen Träumereien aus der Karibik dem einen oder anderen fehlen. Das  freut mich doch sehr und so will ich mich flugs daran setzen, aus unserem Leben in der zurückliegenden Zeit zu berichten.

Die letzten Wochen standen ganz im Zeichen der Familie. Erst besuchten uns Lisa und Malte auf Guadeloupe und wir verlebten drei abwechslungsreiche Wochen mit Schnorcheln, Tauchen und Segeln. Dann flog ich zur Konfirmation unserer Enkelin nach Süddeutschland. Schon einmal in Deutschland fuhr ich von Süd nach Nord bei meinem Vater in Hannover vorbei und zu Lasse nach Kiel. Recht kurz entschlossen und fast überraschend tauchte ich in das Leben meiner Familie ein. Ich wurde mit offenen Armen empfangen und konnte meine Familienbatterien wieder voll auftanken. Eine Familie ist wie ein großer Schatz, herzlichen Dank für alles.



Anbei also keine Träumereien aus der Karibik, sondern mein Flug in die Heimat:

Ich fliege mit Air Caraibes von Guadeloupe erst zur französischen Nachbarinsel  Martinique, von dort nach Paris. In Paris geht es mit dem Zug bis zu Ronja. Ich werde ca. 33 Stunden unterwegs sein.

Kurz vor dem Flug ist mir ganz flau. Schaffe ich die Reise alleine, was passiert, wenn etwas Unvorhergesehenes dazwischenkommt? Schließlich habe ich kein Komplettpaket, sondern jeden Reiseabschnitt einzeln gebucht. Nervös und unsicher warte ich in Guadeloupe beim check in, bis ich merke, dass die Inlandflüge im kleinen Nebengebäude abgefertigt werden. Als ich dann am rechten Ort warte, werde ich ruhiger. Die Zwei-Propeller-Maschine von Air Caraibes ist in den karibischen Farben gelb, grün, blau mit den Blättern des Regenwaldes auf den Flügelspitzen bemalt. Ich freue mich auf den Flug, sitze am Fenster und sehe die Inseln und Ankerplätze unter mir, die wir schon bereist haben. Der Guave Fruchtsaft schmeckt himmlisch.

Pünktlich landen wir in Martinique. In dem nun folgenden Airbus 330 von Air Caraibes habe ich wieder einen Fensterplatz. Leise Musik, ein Kopfkissen und eine Decke sind eine nette Begrüßung. Tschacka, beim Start geht die Sonne rot glühend hinterm Tower unter.

Da ich der Sonne entgegen fliege, geht diese bei der Landung 9 Stunden später wieder auf. Dazwischen liegt ein entspannter Flug mit erstklassischem Service. Martinique ist ein Außenposten von Paris und die Franzosen wissen zu leben. So gibt es vor dem Menü einen Aperitif, bestehend aus karibischem Rum und zum Essen eine kleine Flasche Wein. Die laufenden Flugdaten, diverse Filme und Musik lassen die Stunden schnell vergehen.

Passkontrolle in Paris, dann warm anziehen. Wie praktisch, dass ich nur mit Handgepäck reise und alles sofort dabei habe. Der Weg vom Flughafen Paris Orly bis zum Gare de l`Est ist dann doch ein wenig tricki. Zum Ausgang L, dort Ticket für den Orly Zubringerbus ziehen, zum Bushalt 3, dort mit dem Bus bis zur Endstation Denfest Rochereau. Von dort in die Metro Linie 4 umsteigen, Ticket ziehen, in Richtung Poste de Clignancoust fahren bis zum Gare de  l`Est. Hört sich kompliziert an, ist es auch. Ich bin dann aber doch schnell am Bahnhof und habe sogar noch Zeit für eine kleine Besichtigungstour durch Paris. Die Zugfahrt mit dem TGV ist dann einfach nur angenehm. Mit 312 Stundenkilometer brause ich meinem Ziel entgegen. Bald bin ich nur noch von deutschen Stimmen umgeben.

Tja, soweit zu meinem Kurztrip nach Deutschland. Auf dem Rückweg muss ich dann insgesamt 4 mal umsteigen und habe wahnsinniges Glück, dass die Streikenden in Paris gerade eine Streikpause einlegen.

Nun bin ich also wieder in der Karibik und wie ein boatboy treffend begrüßt: welcome to paradise. Pünktlich mit meiner Ankunft wird nach Alfons Auskunft das Wetter besser und wir segeln nach St. Lucia. Wir ankern in der berühmten Rodney Bay, der Zielhafen der jährlich stattfindenden ARC Segelregatta. Die Ankerkette rauscht geschmeidig in den Grund. Alfons hat in meiner Abwesenheit eine neue Ankerwinsch eingebaut, die einfach super funktioniert. Wir segeln in einer Tagesetappe zum südwestlichen Ende St. Lucias und liegen am Fuße der legendären Pitons, zwei Vulkanspitzen einer eingefallenen Caldera, dem Wahrzeichen St. Lucias. Wir wandern durch Soufriere, dem ältesten Ort der Insel, besuchen den Botanischen Garten mit dem Diamond Wasserfall.

In den nächsten Wochen liegen so herrliche Inseln wie Bequia, die Grenadinen mit den Tobago Cays und Grenada auf unserem Weg Richtung Trinidad. Die 32 teilweise unbewohnten Inseln der Grenadinen sollen die schönsten des kleinen Antillenbogens sein mit türkisblauem Wasser, schneeweißen Palmenstränden und den schönsten Korallenriffen der Karibik. Ein Eldorado für Segler und Taucher.