Donnerstag, 14. April 2016

Traum oder Wirklichkeit: Die Tobago Cays







Keine Tagträumereien, sondern Wirklichkeit.

Alfons und ich kneifen uns täglich, um diesen Traum hier zu begreifen. Es war uns erzählt worden, es sollte der schönste Teil der Karibik sein. Allein vorstellen konnten wir es uns nicht. Hatten uns doch die großen Inseln Guadeloupe, Dominica, Martinique, St. Lucia mit ihren üppig grünen Bergen und den geschützten Ankerbuchten so gut gefallen.



Dass es noch so viel anders werden würde, konnten wir uns nicht vorstellen. Als wir dann zu den Tobago Cays segelten, waren wir überwältigt. In unserem Reiseführer steht dazu:

Südlich der Insel Canouan und östlich von Mayreau liegt der wohl schönste Platz der ganzen Karibik. Geschützt vom Horseshoe Reef, mitten im glasklaren, türkisblauen Wasser, sind das Petit Rameau, Petit Bateau, Barabal, Jamesby und Petit Tobac, die fünf unbewohnten Inseln der Tobago Cays. Wie die Rücken von Riesenschildkröten erheben sich die unbewohnten Eilande mit ihren weißen Badebuchten aus dem Meer. Die reiche Unterwasserwelt der Korallenriffe rund um die Tobago Cays sind als National Marine Park geschützt. Die Inseln sind nur mit dem Boot zu erreichen. Für Taucher, Vogelbeobachter und Naturfreunde ein Paradies.



Soweit zum Reiseführer. Wir segeln von Norden kommend an der Insel Canouan vorbei auf das Riff zu. Nur am Tag und mit guten Seekarten kann man die Einfahrt durch die kleinen Inseln hinter das Riff wagen. Innerhalb des Riffbogens wird es flach und wir bergen die Segel. Alfons steuert per Seekarte. Ich stehe am Bug mit Blick ins Wassser unter uns. Ich blicke locker bis zum Grund, kann die Tiefe gut abschätzen. Staunend tasten wir uns in Richtung Außenriff. Die Farben des Wassers wechseln je nach der Beschaffenheit des Meeresgrundes und der Sonneneinstrahlung von tiefblau über türkis bis smaragdgrün.

Wir motoren vorbei an den Eilanden Petit Bateau, Petit Rameau und Jamesby, bis wir nur noch das Horseshoe Reef vor uns haben. An das Riff branden die Wellen des Atlantiks. Hinter dem schützenden Riff liegen einige Yachten. Sie liegen schwellfrei und ruhig. Unser Anker fällt ins 5m tiefe, hellblaue Nass. Eine Schildkröte streckt wie zur Begrüßung den Kopf aus dem Wasser. Wir sind überwältigt. Der erst Tauchgang führt dann wie immer zum Anker. Der Anker sitzt sauber im feinen Sandgrund.




In den kommenden Tagen schnorcheln wir viel mit Schildkröten. Um die kleinen Inseln setzt teils starke Strömung und wir sind froh, dank des jahrelangen Tauch- und Schnorcheltrainings im Verein so sicher gegen die Strömung anzukommen. Wir können uns nicht sattsehen an der Farbenpracht der Fische am Riff. Wir sehen u.a. Trompetenfische, Kofferfische, Feilenfische, Riffbarsche, Meerbarben, Hornhechte, Grunzer und Brassen. Zusätzlich zum Unterwasserprogramm wandern wir über die Inseln, picknicken am Strand mit anderen Seglern und können uns erst von diesem Fleckchen Erde trennen, als Wind und Welle soweit zunehmen, dass der Seegang übers Riff kommt und es auf dem Ankerplatz ungemütlich wird.



Wir segeln zur Insel Mayreau, die in Sichtentfernung in einer Stunde erreicht ist und ankern in der Saline bay. Vor uns ein Palmenstrand mit weißem Sand, unter uns 5 große Stechrochen, die majestätisch über den Grund schweben und uns mit ihren Augen argwöhnisch beobachten.


Und so geht es weiter. Irgendwie hört es sich übertrieben an. Aber es ist wirklich so oder wir erleben es so. Unser Leben an Bord direkt am Nabel der Natur.