Montag, 30. Mai 2016

Hash



Geselliges Grenada und Hash House Harriers

Immer noch ankern wir in der Prickley bay, im Süden Grenadas. Hier existiert eine gut organisierte Community der Segler. Jeden Morgen um 07.30Uhr findet auf Kanal 66 eine  Funkrunde statt. Neben den aktuellen Wetterinformationen werden die örtlichen Aktivitäten durchgegeben. So gibt es eine Yogagruppe, eine Thai Shi Gruppe, einen täglichen Bus, der die Segler zu den wichtigsten Einkaufsmöglichkeiten fährt und den Einkauf mitnimmt, ferner gibt es diverse Angebote zum Tanzen, Tauchen, Feiern, Essen gehen,  usw.......

Und an jedem Samstagnachmittag findet Hash statt. Wir erfahren von anderen Seglern, dass es sich um eine Wanderung handelt, organisiert von und mit den Einheimischen,  die jedes Mal an einem anderen Ort der Insel stattfindet.

Gemeinsam mit zwei anderen Yachten entschließen wir uns an diesem Event teilzunehmen. Wandern und Grenada kennenlernen ist genau unser Ding. Dazu noch mit den Einheimischen in Kontakt kommen. Am Samstag sitzen wir gespannt im Bus.

Wir fahren nach La Mode, einem kleinen Dorf nordöstlich von St. George. Wir finden uns mitten in einer fröhlichen Gruppe von Einheimischen  wieder, die alle auf etwas zu warten scheinen. Bei lauter Musik ist der Grill schon heiß, an der Biertheke ist das Angebot für Bier im Dreierpack  für 10 EC unschlagbar preiswert.

Wir sollen uns zunächst eintragen in eine Liste und werden als Newcomer willkommen geheißen.  In Deutschland an solche Ordnung gewöhnt, tragen wir uns brav ein, sind aber doch etwas erstaunt über solche Gründlichkeit. Uns wird erklärt, dass die Wege mit weißen Papierschnitzeln markiert werden, ähnlich einer Schnitzeljagd. Wir staunen darüber, dass eine junge Frau aus ihren nagelneuen Turnschuhen Bier trinken muss. Das kann ja lustig werden????

Endlich geht es los, die Meute wird auf den Weg geschickt. Die schnellen Läufer sprinten vorweg und bald geht es vom Hauptweg ab kreuz und quer durchs Gelände. Steil bergauf und bergab, über Baumwurzeln und matschigen Untergrund. Die Sprinter laufen extra Schleifen und stoßen immer wieder auf den Walktrupp, in der Schule nennt man das innere Differenzierung. Wir werden angefeuert und angelacht, enjoy.

Wir rutschen auf vom Baum gefallene Mangos aus und naschen hier und da eine noch feste Mango. Die Mangos fallen hier auf der ganzen Insel vom Baum, werden nicht weiterverarbeitet, ein für uns unvorstellbarer Zustand. Was könnte man mit den Früchten alles anfangen,  vom Smoothie über Mango Chutney mmhhhh . Die Organisatoren scheinen sich zu freuen, dass uns die Mangos schmecken. Dieser Eindruck soll sich später auch als richtig erweisen und den Einheimischen noch reichlich Freude bereiten.

Nach einer Stunde Lauf und Walk sind alle schweißgebadet, aber wohlbehalten am Ausgangspunkt zurück und nun wird natürlich reichlich dem Bier zugesprochen. Musik, kombiniert mit Bier und lokalem Essen, lime and enjoy, wir genießen die entspannte Atmosphäre zwischen den freundlichen Einheimischen.

Dann werden die Newcomer nach vorne gerufen. Sie sollen in die Gruppe der Hasher aufgenommen werden. Irgendetwas liegt in der Luft und wir sollen es auch gleich erfahren. Bier wird geschüttelt und unter lautem Freudengeschrei über unsere kleine Seglergruppe gespritzt. Ähnlich einer Neptuntaufe sind wir jetzt aufgenommen, welcome.

Besonders übel erwischt es Thomas, der den Damen galant die Mangos mit einem Messer kredenzt hatte. Er wird mit einem Augenzwinkern als  Früchteklauer gebrandmarkt und muss sich  eine Schwimmweste mit der Aufschrift "Fruitpicker" anziehen. Dann legt man ihm eine  Klobrille über den Kopf und stülpt ihm ein Rohr über einen Arm. Dermaßen gehändicäpt mit langem Arm muss sich Thomas eine Flasche Bier in den Mund schütten. Ein paar Schluck erreichten auch seinen Schlund.

Alle amüsieren sich köstlich. Auch unser Busfahrer, der uns nach Schweiß und Bier stinkend zur Prickley bay zurückfährt. Natürlich nicht, ohne vorher noch einen Stopp für einen Rumpunsch einzulegen. Irgendwie cool. In Deutschland hätte es jeder Busfahrer abgelehnt uns zu transportieren

So und nun zur Auflösung. Nach Internetrecherche lernen wir:

Die Hash House Harriers, kurz HHH genannt, ist eine internationale Vereinigung und erklärt sich als Lauf, Sozial und Trinkclub. Die Satzung des 1950 gegründeten Clubs lautet:

- Förderung der physischen Fitness der Mitglieder

- Erholung von den Nachwehen des Alkoholkonsums des vergangenen Wochenendes

- Während des Laufs einen guten Durst zu generieren und diesen anschließend mit Bier zu

stillen

- Die älteren Mitglieder davon zu überzeugen, dass sie nicht so alt sind, wie sie sich fühlen.



Soweit zur Satzung! Heute nun werden wir an unserer zweiten Wanderung teilnehmen und Thomas darf die Newcomer mit Bier bespritzen.