Sonntag, 22. Mai 2016

Muskatnuss, Schokolade und Rum






Die Flagge Grenadas ist in den karibischen Farben rot, gelb, grün gehalten, den Ampelfarben.  Überall sind diese Farben anzutreffen...... am Straßenrand, auf Bordsteinkanten, Mauern, Masten, Bushäuschen und anderen Abgrenzungen. Die Bewohner Grenadas sind stolz auf ihre Insel. Sie scheinen ein gutes Auskommen zu haben. Ihre hübschen bunten Häuser bilden schöne Farbklekse zwischen üppigem Grün.



Bekannt ist Grenada auch als Gewürzinsel. Sie trägt die Muskatnuss in ihrem Wappen. Wir besichtigen die alte Muskatnussfabrik, in der die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. In Handarbeit sortieren Frauen die Nüsse nach Größe und Qualität. Grenada ist der zweitgrößte Muskatnusslieferant weltweit. Die Leinensäcke, gefüllt mit der duftenden Ware, treten von hier aus ihre Reise an. Der Musknussbaum ist ein majestätischer, immergrüner Baum mit dunkelgrünen  Blättern. Er trägt gelbe Früchte, die in der Größe unserer Aprikose ähneln. Wenn die Früchte reif sind, platzen sie auf und die Muskatnuss fällt zu Boden. Sie ist zu diesem Zeitpunkt noch umhüllt von einem knallroten netzähnlichen Mantel, Mace genannt. Schält man diesen wachsartigen Mantel ab, erhält man eine hartschalige Nuss, den Samen des Baumes. Diese Nuss knackt man mit einem Nussknacker und erhält unsere uns bekannte Muskatnuss. Jeder Teil dieser Frucht wird weiterverarbeitet. So werden aus den verschiedenen Hüllen der Muskatnuss unter anderem Sirup, Marmelade und kosmetische Produkte hergestellt.






In einer kleinen Schokoladenmanufaktur erfahren wir noch viel über  die Verarbeitung von Kakaobohnen zu schwarzer Schokolade. Wir pflücken die Früchte des Kakaobaums, die direkt am Stamm wachsen und die Form eines Rugby Balles haben. Wir lutschen die zitronenhaltige Umhüllung, die "Fruchtpulpe" der Kakaobohne.



Und natürlich darf bei all den duftenden und anregenden Aromen der Insel der Rum nicht fehlen. Hier auf Grenada gibt es eine alte, kleine Rumdestillerie, in der noch wie vor 250 Jahren gebrannt wird. Wir sehen die Zuckerrohrpresse und Melassebecken, in der eine braune Brühe schwimmt. Hygiene? Wir dürfen auch ruhig mal mit dem Finger in die Brühe fassen und probieren. Bei dem 75% Rum, der am Ende noch per Hand abgefüllt wird, ist das auch wirklich nicht nötig, ist sowieso alles abgetötet. Bei der Verkostung entscheiden wir uns dann aber doch für die abgeschwächte Variante eines Schokoladenrums, der ähnlich einem Baileys schmeckt, nur schokoladener......zu Eis !!!!!! mh.....



Wir lernen Grenada immer mehr schätzen, je mehr wir von und über die Insel erfahren.  Der Reichtum an Früchten kombiniert mit den tropischen Temperaturen ist wie ein Garten Eden. Hier kann keiner verhungern, verdursten oder erfrieren. Die Mangos hängen wie Christbaumkugeln, je nach Reifegrad grün, gelb bis rot am Baum. Wir probieren und ernähren uns von Ananas, Kokosnüssen, Melonen, Maracujas, Papayas, Mangos, Bananen, Tamarinten, Soursop, Passionsfrucht, Wax Apple, Sapodilla.

Wir wandern durch den Regenwald. Wir sehen in den Baumwipfeln kleine Affen, die sich von Ast zu Ast schwingen.  Kolibris und viele Vögel zwitschern um die Wette.



Die Karibik gibt wirklich noch einmal alles, es scheint, als wolle sie uns festhalten. Trotzdem kommen wir der Hurrikanzeit allmählich näher. Es ist mit bis zu 32 Grad jetzt schon sehr warm und es schüttet immer öfter wie aus Kübeln. Dann steigt die Luftfeuchtigkeit auf 80 Prozent und man schwimmt in seinem eigenen Schweiß. Wie soll das erst auf Trinidad werden?