Freitag, 15. Dezember 2017

Jamaika, wir kommen !







Die Jamaika Flagge wartet auf ihren Einsatz. Nach dem Besuch der dritten ABC Insel Aruba suchen Alfons und Jens, die Skipper der beiden Boote Murada und Lili ein günstiges Wetterfenster für die Überfahrt. Es gilt eine Strecke von 500 Seemeilen zurück zu legen, das karibische Gewässer einmal zu queren. Es ist dabei mit raumen Winden und mitlaufendem Strom zu rechnen.

Es wird ein Wetterfenster gefunden, das wenig Wind und kaum Seegang verspricht. Britta und ich sind begeistert. Schließlich verspricht kein Seegang keine Seekrankheit. Und außerdem sagt uns unsere Erfahrung, dass es die absolute Flaute im freien Seeraum nicht gibt. Jedenfalls hatten Britta und Jens von der SY Lili und wir dies in der Karibik noch nicht erlebt. Es kommt eigentlich immer eher mehr Wind als angekündigt.

Plan gefasst, ausklarieren, ein letzter Sprung ins kristallklare Wasser vor Arubas Stränden und mit gutem Mut und Motorunterstützung aus dem Windschatten der Insel fahren. Am ersten Tag setzen wir bei wenig Wind die weißen Segel und auch den Blister ein. Endlich kommt dieses schöne bunte Tuch einmal wieder aus der Backskiste und wird gelüftet.

Unsere erste Nacht verläuft bis auf einen heftigen Squall in den frühen Morgenstunden unspektakulär. Wir segeln und motorsegeln. Der Squall bringt unsere Murada kurzfristig auf ein gutes Etmal.

Der zweite Tag beginnt nach einem entspannten Frühstück und einer erfrischenden Dusche wieder mit wenig Wind. Der Blister wartet schon auf seinen Einsatz. Dieses mal läuft das Setzen des bunten Tuchs schon flink von der Hand. Der Blister bläht sich auf und zieht unsere Murada kraftvoll durchs ruhige Meer. Da geht ein Ruck durchs Schiff. Der Beschlag, an dem der Blister befestigt ist, hat sich aufgelöst. Schweren Herzens müssen wir unseren "Trumpf bei wenig Wind" bergen und wieder in die Tiefen des Vorschiffs versenken. Wir segeln und motoren über den Tag. Am Abend ist dann vollkommene Flaute. Wir motoren die ganze Nacht durch eine bleierne, schwarze See.

Wie zur Entschädigung für die Motorfahrt erleben wir einen einzigartig schönen Mondaufgang. Erst um 3.30 Uhr in den frühen Morgenstunden geht der Mond auf. Zunächst wird er durch einen schwachen Schein am Horizont angekündigt. Dann hebt sich eine liegende Sichel wie eine Schale aus dem Meer. Die Mondschüssel scheint aus purem Gold zu bestehen. Voll und majestätisch steigt sie wie ein überaus kostbares Schmuckstück aus dem Meer empor. Sie zeichnet sich deutlich ab vom tiefschwarzen ruhigen Meer und dem dunklen von Sternen übersäten Himmel. Die Sternbilder konkurrieren mit abertausenden kleinen und großen Himmelskörpern mit dem Mond um die Wette. In all dem Überfluss zeichnet sich deutlich die Milchstraße ab. In dieser Nacht fallen viele Sternschnuppen.

Gemächlich steigt der Mond höher. Aus der goldenen Sichel wird eine weiße Schale. Und je höher er aufsteigt, desto mehr erhellt er. Anfangs zeichnet sein Licht nur eine glitzende Spur, einer Straße gleich, aufs Wasser. Später steht der Mond hoch am Himmel inmitten der Sterne und beleuchtet die unwirklich scheinende Szene. Umgeben von Wasser schwimmt unser Schiff wie in einem großen See. Wir im Mittelpunkt, begrenzt vom Horizont, über uns die halbe Erdkugel als Sternenhimmel. Dass die ersten Entdecker die Welt für eine Scheibe hielten ist für uns absolut nachvollziehbar in dieser Nacht.

Am dritten Tag kommt endlich der ersehnte Wind auf und wir können die zweite Hälfte der Etappe nach Jamaika unter Segeln zurücklegen. In den frühen Morgenstunden des fünften Tages auf See nähern wir uns der Insel. Es duftet nach Erde und Pflanzen. Wir fahren in die große Bucht von Port Morant. So weit das Auge reicht strotzen die Hügel und Berge voll satter Vegetation. Der Anker fällt tief in der einsamen Bucht. Eine fast spürbare Ruhe senkt sich über uns.

Freundliche Offizielle kommen an Bord. Wir werden von der Küstenwache, der Gesundheitsbehörde, der Einwanderungsbehörde und dem Zoll unter die Lupe genommen. Dann findet die schwarz, gelb, grüne Flagge ihren Weg in die Saling.

Jamaika, uns gefallen die Farben !

Freitag, 8. Dezember 2017

Aruba, Bonaire, Curacao, die drei ABC Inseln


Nach dem Besuch der drei ABC Inseln hier unser Fazit:

Alle drei Inseln sind autonomer Teil der Niederlande. Hier verbringen viele Holländer ihren Urlaub und/oder leben hier. Die Verständigung findet auf Niederländisch, Englisch, Spanisch und Papiamento statt. Alle drei Inseln liegen auf einem Kalkplateau. Auf allen drei Inseln haben wir uns sicher gefühlt. Alle drei Inseln verfügen über einen Nationalpark und eine attraktive Hauptstadt. Bis auf Bonaire gibt es eine eigene Währung neben dem US Dollar. Auf allen drei Inseln konnten wir uns in großen Supermärkte sehr gut versorgen.

Doch obwohl die drei Inseln so viele Gemeinsamkeiten haben, ist jede speziell und einzigartig.

So bedient Aruba mit langen Stränden, feinstem weißen Sand und smaragdfarbenem Meer das Klischee von der Karibik. Täglich legen 2-3 Kreuzfahrtschiffe in Oranjestad an. Edle Hotelanlagen warten auf zahlungskräftige Urlauber.

Bonaire ist ein Eldorado für Taucher. Hier gibt es fast keine Sandstrände. Das Kalkplateau fällt 5 Meter vor der Insel auf 40 Meter ab und dort hat sich eine einzigartige Korallenlandschaft entwickelt. Bunte Rifffische bewohnen die Korallen und das Leben spielte sich für uns hauptsächlich unter der Wasseroberfläche ab.

Curacao, die Insel in der Mitte, ist nicht so einfach zu beschreiben. Am Besten gefiel uns der bunte Markt der Venezuelaner. Mit kleinen Fischerbooten fahren die freundlichen Männer aus Venezuela mit ihrem Obst und Gemüse nach Curacao und verkaufen es in Wilhelmstadt. Die Preise sind reell. Die Mangos und Advocados waren meine Favoriten und köstlich. Die Menschen auf Curacao lieben die Musik. Gerne gehen sie am Abend aus. In den kleinen Kneipen wird Live Musik geboten.

Wenn wir Aruba in den kommenden Tagen verlassen, schauen wir gerne auf die Zeit, die wir auf den ABC Inseln verbringen konnten, zurück. Sie waren für uns ein sicherer Aufenthaltsort während der Hurrikanzeit und während der Regenzeit deutlich trockener als der Rest der Karibik.

In den nächsten Tagen werden wir nach Jamaika segeln. Es gilt eine Segelstrecke von ca. 600 Seemeilen zu bewältigen. Bei gutem Wind hoffen wir in 5 Tagen dort zu sein.....hasta pronto!

Sonntag, 15. Oktober 2017

... zurück auf Curacao

Nach vier ereignis und -arbeitsreichen Monaten in Deutschland sind wir wieder zurück auf unserer Murada. Obwohl wir die Zeit mit Familie und Freunden in vollen Zügen genossen haben, sind wir auch wieder froh, unser so viel ruhigeres und entspannteres Leben in der Karibik aufnehmen zu können.
Wir liegen in "spanish water", einer geschützten Lagune auf Curacao.

Etwa 70 km von Venezuela entfernt liegt Curacao im südlichen Teil des karibischen Meeres und außerhalb des Hurrikangebietes. Curacao gehört neben Aruba und Bonaire zu den ABC Inseln. Curacao ist autonomes Land innerhalb der Niederlande. Hier wird holländisch, spanisch, papiamento und englisch gesprochen. Neben der karibischen Sonne, zahlreichen Stränden und einer bunten Unterwasserwelt lockt Curacao mit einem bunten Völkergemisch und einer reichhaltigen Kultur.
Die Hauptstadt Wilhemstadt ist Weltkulturerbe der Unesco. Mit ihren in leuchtenden Farben bemalten Häusern, dem schwimmenden Markt der Venezulaner, der alten und neuen Markthalle, prächtigen Kolonialbauten, Forts, Museen, Restaurants, Cafes und Bars eine Stadt voller Leben.

Wir fahren mit dem öffentlichen Bus von unserem Ankerplatz in "spanish water" ins Zentrum von Wilhemsstadt. Auf dem Markt beginnen wir mit einem einfachen Kaffee unter Einheimischen den Tag, kaufen frisches Obst und Gemüse von den im Hafen liegenden Booten aus Venezuela, besichten das Fort und erfreuen uns immer wieder an der Königin-Emma Brücke. Diese Brücke (erbaut 1879-1898) verbindet den Stadtteil Punda mit Otrabanda und öffnet unkompliziert und ohne lange Wartezeiten, wenn ein Schiff von draußen in die Sintanna Bucht ein- oder ausfahren möchte. Die gesamte Brücke schwingt dann zur Seite, weshalb die Brücke auch liebevoll swinging old lady genannt wird.
Die Brücke öffnete auch für uns, als wir von der Marina zur Lagune fuhren, aber nur soweit, dass wir gerade an ihrer Seite hindurch passten. Wenn die Brücke komplett zur Seite schwingen muss, weil ein Containerschiff passiert, gibt es für die Fußgänger eine kostenlose Fahrt mit der Fähre, Ponchi genannt. Die großen Schiffe überragen dann um ein Vielfaches die an den Ufern stehenden Häuser und passen auch unter der Königin-Juliana Brücke hindurch, die mit 56 Metern eine der höchsten Brücken der Welt ist. Zu gerne verweilen wir an dieser zentralen Stelle und es wird nie langweilig.






Infos: Bus von spanish water nach Wilhelmstadt Busbahnhof 1.70 Gulden
Hauptpost beim Markt in Wilhelmstadt: Kosten für 1 Paket 1,5 kg nach DE ca. 29 Gulden
DHL Postversand mit Empfangsbestätigung, Verfolgercode und innerhalb von 2-3 Tagen 1 Paket von 1,5kg nach DE 145 Gulden
DHL Poststelle im Stadtteil Pond, erreichbar mit Minibus ab Busbahnhof 2,70 Gulden
Umrechnungskurs: 1 € = 2,2 NLG




Samstag, 17. Juni 2017

schon 3 Wochen in Deutschland

.......schon 3 Wochen in DE


- schon alle Kinder und Enkel und einige liebe Freunde gesehen
- dabei Deutschland von Nord nach Süd und zurück bereist
- einen Nachmieter für unsere Wohnung gefunden
- einen Arbeitsplan Haus erstellt und in Angriff genommen


......irgendwie hatten wir kaum Zeit hier anzukommen, da ging es schon in die Vollen....
und es wird in den nächsten Wochen nicht langweilig werden.

....trotzdem haben wir uns vorgenommen, neben den Arbeitseinsätzen die schönen Dinge des Lebens und das Zusammenkommen mit Familie und Freunden nicht zu vergessen.....in diesem Sinne freuen wir uns auf euch!

Donnerstag, 18. Mai 2017

Curacao

Von Bonaire nach Curacao sind es nur 40 Seemeilen. Mit dem Passatwind im Rücken ist das ein schöner Tagestörn. Als kleines Bonbon liegt auf der Strecke noch Klein Curacao. Eine kleine Sandinsel mit Leuchtturm.

In Curacao stellen wir unser Schiff für die Hurrikanzeit an Land.

Ende Mai fliegen wir nach Deutschland. Wir freuen uns auf Familie und Freunde.

Montag, 15. Mai 2017

Antauchen des Tauchclubs Cuxhaven in Bonair

Liebe TCCler, aus Mangel an aktiven Antauchern haben wir ohne Absprache, eigenmächtig das Antauchen nach Bonair verlegt! Die hier anwesenden TCC-Mitglieder haben zu 100% am Antauchen teilgenommen.
Gruß aus Bonair 
SY Murada
Elvira und Alfons 

Mittwoch, 10. Mai 2017

....wie aus Klein Murada Murasa wird............

Unser neues Beiboot braucht einen Namen. Erstens erkennen wir unser graues Beiboot unter den vielen anderen grauen Beibooten nicht mehr und zweitens wollen wir keinen ermutigen, es, weil namenlos, einfach mitzunehmen.

Ganz unspektakulär hatten wir da einfach an Murada gedacht. Das stieß bei Britta und Jens auf Widerstand. Unsere Freunde von der Segelyacht Lili hatten sich schon so ihre Gedanken gemacht.
Murada ginge gar nicht war ihre Meinung. Unser Beiboot müsse Murasa heißen........waren wir da in Gleitfahrt zu schnell an ihnen vorbei geschossen !?!

Nun, Britta und Jens, hoffen wir, dass ihr mit dem Schriftzug zufrieden seid. Zum Begießen liegt schon der Schampus bereit.

Montag, 8. Mai 2017

Good bye altes, rotes Beiboot........

Unser geliebtes alte, rotes Beiboot mit den vielen bunten Flicken hat einen neuen Liebhaber gefunden. Eine junge Familie mit 2 Kindern und einem Hund wollen es fortan nutzen. Das Pärchen kommt aus Kanada, lebt schon seit letztem Juni an Bord ihrer 37 Fuß Yacht und ist mit "low budget", sprich wenig Geld unterwegs. Wie sie uns erzählen, leben sie allein vom Kindergeld. Ihnen überlassen wir gerne unsere Gummiboot.

Selbst haben wir ein größeres, ein Jahr altes Beiboot erstanden. Es ist völlig unspektakulär grau und zwischen von den vielen anderen grauen Beibooten nicht mehr zu unterscheiden. Daran müssen wir noch arbeiten. Bestückt mit dem neuen Außenborder können wir fortan größere Strecken in Gleitfahrt zurücklegen und werden nicht mehr nass. Ein unvorstellbarer Luxus. Denn bei kleiner Welle kamen wir eigentlich selten irgendwo mit trockener Hose an.

Dienstag, 2. Mai 2017

Bonaire, das Tauchparadies

Die Insel Bonaire, eine der drei ABC Inseln, lockt nicht mit Stränden, sondern einer Riffkante !

Wir liegen mit unserer Murada über himmelblauem Grund auf 5m Tiefe an einer Boje. Direkt unter unserem Heck fällt die Kante steil auf 35 bis 40 Meter ab. Das Wasser ist glasklar mit einer Sichtweite von 20-30 Metern.

An dieser Kante hat sich ein formenprächtiges Riff gebildet. Wir packen unsere Tauchausrüstung aus und tauchen ab in diese wunderschöne Unterwasserwelt. Bevölkert wird sie von kleinen und großen farbenfrohen Fischen. Neugierig werden wir Neuankömmlinge beäugt und furchtlos umschwommen. Nach einigen Tagen kennen wir schon den ein oder anderen Meeresbewohner, der unter unserem Schiff seine feste Adresse zu haben scheint.

Mittwoch, 26. April 2017

Aufbruch nach Bonaire.........

Das Wetter scheint für die nächsten Tage günstig. Kein Starkwind, moderater Seegang ist angesagt.......soweit zum Wetterbericht.

Das Großsegel und die G 1 ziehen unsere Murada stetig aufs offene Meer. Bald liegt St. Martin hinter uns und wir schaukeln an der Insel Saba vorbei. Unser Kurs ist 222Grad mit dem Ziel Bonaire. 500 Seemeilen haben wir vor dem Bug. Wir haben vorgekocht, um es uns leichter zu machen. Ich habe mir ein Pflaster gegen Seekrankheit gegönnt, bin aber doch froh, wenn Alfons die Küchenarbeit übernimmt. Wir beginnen gleich von Anfang an uns abwechselnd auszuruhen.

Noch am Ende des ersten Segeltages umgibt uns nur noch Wasser. Der Wind ist moderat mit 3-4 Beaufort. In den folgenden Tagen und Nächten nimmt er stetig zu. Wir rauschen bald mit 7 bis 8 Knoten über das Meer. Wellenberge von 1-2m schräg von achtern rollen unter dem Schiff durch, heben es an und lassen es surfen. Die Selbststeueranlage hat gut zu tun, die Murada immer wieder auf Zielkurs zu bringen. Manchmal versetzt eine große Welle unserem Schiff einen tüchtigen Schupps. Dann fliegt schon mal eine nicht gesicherte Tasse durchs Cockpit. Und auch der Messinghaken des Geschirrhandtuchs bricht ab, als Alfons katapultartig durch die Pantry geschleudert wird. Zum Glück ist nur ein blauer Fleck die Folge.

Und dann am dritten Tag steigt die Selbststeueranlage aus. Haben wir sie zu sehr gequält? ....oder ist es Altersschwäche? Egal, es hilft alles nichts. Es gilt von Hand zu steuern. Es liegen noch ca.100 sm vor uns. Alfons und ich wechseln uns alle zwei Stunden am Steuerrad ab. An und für sich ist das kein Problem. Nur, dass dann noch der Wind bis Sturmstärke zulegt, war so nicht verabredet.

Wir reduzieren unsere Segelfläche auf Handtuchgröße. In der mondlosen, schwarzen Nacht rauschen wir wie im Blindflug durchs Wasser und über die Wellenberge. In Böen steigt die Geschwindigkeitsanzeige bis auf 46 Knoten, das entspricht Sturmstärke 9. Wenn wir in ein besonders tiefes Wellental eintauchen trifft uns ungeschützt eine komplette Salzdusche.

Nach 3 Tagen und Nächten erreichen wir Bonaire. Wir sind müde, aber froh heile angekommen zu sein. An einer Boje über himmelblauem Grund schlafen wir in der ersten Nacht traumlos und fest.

Donnerstag, 20. April 2017

Unser Gast meldet sich zu Wort

Schon Halbzeit - kaum zu glauben. Vor einer Woche bin ich in mein großes Abenteuer gestartet. Die anderen Weltenbummler und Fahrtensegler mögen dies belächeln, aber ich erlebe die zwei Wochen an Bord der Murada, verwöhnt von der Crew, als ein riesengroßes Abenteuer. 

Seit vielen Jahren steht das Angebot meiner Schwester Elvira, einmal einen Urlaub auf der Murada zu verbringen. Zu meinem X0. Geburtstag habe ich es nun endlich geschafft und passend in den Osterferien einen Flug nach St. Martin gebucht. Wo genau St. Martin liegt, was mich erwartet, war zum Zeitpunkt der Buchung im September 2016 noch ziemlich wage. 

Soweit so gut. Bereits der Flug mit zwei Stepps von Hamburg über London Heathrow und New York in knapp 24 Stunden stellten für mich die ersten Herausforderungen dar, die ich trotz Schwierigkeiten mit online check-in, ESTA-Visum, Terminal-Wechsel, Leibesvisitation und Kapitänsverlust gut meisterte. Mit zweistündiger Verspätung landete ich glücklich in St. Martin und wurde dort von Elvira bereits sehnsüchtig erwartet. Man sah ihr an, dass ihr "ein Stein vom Herzen fiel", ihre kleine Schwester hat die Anreise schon mal gut überstanden und selbst das Gepäck ist nicht abhanden gekommen. Nun ging es daran, den Feriengast mit dem Quartier vertraut zu machen. Hierzu setzte uns Alfons an einem Dinghydock aus, an dessen Seite mir das kleinste orangene Dinghy (ehemals Schlauchboot genannt) gleich bekannt vorkam. Allerdings zierten es vor 20 Jahren bei der Einweihungsfahrt im Hamburger Hafen noch nicht so viele lustige bunte Flicken und Pflasterstreifen. Nach dem Motto "wird schon halten" wurde ich also samt Köfferchen und Strohhut, der mich übrigens seit Ankunft im Flughafen vor dem strömenden Regen schützte, zur Murada verfrachtet. Die Schiffseigentümer präsentierten mir stolz ihre schmucke, stattliche Segelyacht Murada und ich konnte erstmals mein Urlaubsquartier in Augenschein nehmen. Mir wurde das Schlafzimmer im Bug mit eigenem Badezimmer zugeteilt und nach Einweisung in die Funktion der Toilettenspülung war ich froh, wieder aus dem Bauch des Schiffes ins Cockpit auftauchen zu dürfen und frische, warme, feuchte Luft zu atmen. Zu diesem Zeitpunkt war ich davon überzeugt, die Nächte lieber oben an Deck zu verbringen, denn irgendwie schwankte alles ganz fürchterlich und zusammen mit meinem noch leeren Magen, den vom Landeanflug verschlossenen Ohren, der Übermüdung und Aufregung des bisher bewältigten Abenteuers wurde mir einfach k...elend. Sollte das Seekrankheit sein? Bisher war ich mir sicher, dass diese Art der Krankheit mich nicht heimsuchen würde, schließlich hatte ich bereits einige Überfahrten auf verschiedenen Ausflugsdampfern unbehelligt überstanden. Naja, nachdem ich also die Flugzeugtüte in den Lüften nicht benötigt hatte, konnte sie also hier ihren Zweck erfüllen. Zum Glück gibt es an Bord der Murada mehrere dieser netten Tüten und ich hoffe, dass ich am Ende der nächsten Woche auch noch Vorräte für die nachfolgenden Gäste zurücklasse! 

So, nach diesen ersten Eindrücken und Erlebnissen begann also mein Urlaub auf der Murada. Die Crew hatte bereits ein ausgeklügeltes Ferienprogramm erarbeitet. Auch die Kombüse war bestens ausgestattet und auf die Verwöhnung des Feriengastes super vorbereitet. 

Also starteten wir am nächsten Morgen in mein erlebnisreiches Karibikabenteuer:
Samstag, 09. April Ankunft in St. Martin Flughafen
Marigot Bay - Spaziergang zum Fort St. Louis
Montag, 10. April Fahrt unter Segeln zur Bucht Anse Marcel (St. Martin)
Umringt von vielen Wassersprotlern, am nächsten Morgen
Wassertanken im Hafen
Dienstag, 11. April Rückfahrt mit dem Motor zur Bay Grand Case (St. Martin)
Am Abend bummeln in der kleinen Stadt, es gab vieles zu
sehen: Eismaker, Steelband, Karnevalgruppen durch die Straße
Mittwoch, 12. April Ankreuzen gegen den Wind zur Insel St. Barthelemy (St. Barts)
einklarieren im Hafen, Regattafeeling in Gustavia, am Abend
bummeln in der kleinen Stadt, Bilder der Segelregatta auf Groß-
leinwand am Hafen
Donnerstag, 13. April Am Morgen Einkauf in Gustavia, schnorcheln am Felsen
Weiterfahrt zur Bucht um die Ecke - Anse de Grand Colombier
Freitag, 14. April Anse de Grand Colombier, schnorcheln und Landgang
Samstag, 15. April Am Morgen Aufbruch zur Ile Fourchue, schnorcheln und baden 

Nach einer Woche verbringen wir hier auf der Ile Fourchue unseren zweiten etwas ruhigeren Ferientag. Inzwischen konnte ich erleben, dass es auf der Murada für die Crew von früh bis spät etwas zu tun gibt. 

Der Skipper hält stets Wind, Welle und Wetterlage im Blick, ist für Navigation und Ausstattung der Murada, fürs Einklarieren und kutschieren mit dem Dingi zuständig. Elvira sorgt sich rührend um das leibliche Wohl und zaubert aus den Tiefen der Kombüsenschränke abwechslungsreiches Frühstück, leckere Zwischensnacks, vielseitige Hauptmahlzeiten, leckere kleine Sweets zum Nachmittags-Espresso, einzigartige eisgekühlte Sundowner und köstliche Abendbrotmahlzeiten - unglaublich. 

Dazwischen bleibt zum Glück immer wieder Zeit für Schnorchelgänge. Hier bewundern wir gemeinsam herrliche Korallenriffe mit schillernden Fischschwärmen und auftauchenden Turtles. 

Ich freue mich auf die nächste Woche auf der Murada mit der netten Crew und kann schon jetzt sagen, dass diese gelungene Abenteuerreise für mich unvergessen bleiben wird!

Sonntag, 2. April 2017

Warte ist Wartungszeit


In einigen Tagen erwarten wir Besuch aus Deutschland. Wir liegen inzwischen in der großen Marigot Bay von St. Martin und nehmen nötige Wartungs- und Verschönerungsarbeiten in Angriff. 

Da sind die einfachen Säuberungsarbeiten, wie das Schiff von der Salzkruste befreien und dem Rost am Gestänge zu Leibe rücken. In der Bilge wabert eine braune Flüssigkeit. Nach Geruchs- und Geschmacksanalyse stammt diese von explodierten Bier und Colabüchsen. Mein Fazit: Vor der nächsten Überfahrt austrinken!

Mit unserem alten Außenbordmotor können wir einem jungen Pärchen, das mit dem kleinsten Boot in der Bucht unterwegs ist, eine Freude machen. Und unser altes rotes Gummiboot lernt mit einem nagelneuen 9.8 PS Two Stroke Nissan das Fliegen. 

Die alte, rostige Ankerkette wird erneuert und auch hier der Rost dezimiert. Zu meiner großen Freude schafft es Alfons ein weiteres Mal, die Nähmaschine zu reparieren. Ich hole den schon in Trinidad gekauften Stoff aus der Versenkung und nähe neue Gardinen. Jedes Luk hat ein anderes Maß, läuft am unteren Rand schief zu. Ich messe, schneide, stecke, nähe, trenne auf, nähe erneut und am Ende ziert eine gestickte Kennung jedes Gardinchen. Eine Tasche für die vielen Brillen fällt nebenbei auch noch ab. Ob wir unsere Brillen demnächst leichter finden?









Samstag, 25. März 2017

Neues am Datenhimmel!

Wir Segler hängen inzwischen direkt am Datenhimmel/ Internet. 
Endlich etwas berichtenswertes Neues.
In St. Martin, Marigot, gibt es von UTS eine SIM Karte mit Datennutzung ohne Limit. Für 0,64 € / Tag! 
Noch besser, diese Karte soll in Saint Martin, Sint.Maarten, Saint Barthelemy, Saint Eustache, Saba, Curaçao, Bonaire, Suriname und St.Kitts&Nevis funktionieren!

www.uts.cw

Rue de la Republique
Marigot
St.Martin
18 04'08,13"N
63 05'04,33"W

Mittwoch, 22. März 2017

Gegen den Wind

gegen den Wind, können wir das noch ? 

Von den BVIs nach Anguilla/St. Martin zu segeln heißt gegen die vorherrschende Windrichtung und Strömung nach Osten zu segeln. Am 20.03.2017 ist eine Schwachwindphase mit südöstlichen Winden angesagt. 

In einer Nachtfahrt wollen wir die 80sm in Angriff nehmen. Wir segeln bei moderater Welle hoch am Wind in die einsetzende Dunkelheit. Zum direkten Kurs fehlen uns nur 30 Grad, trotzdem scheinen wir die einzigen Segler zu sein, die den Weg tatsächlich unter Segeln zurücklegen wollen. Einige andere Yachten mit dem gleichen Ziel nehmen lieber gleich die Maschine und laufen direkten Kurs.  Bald sehen wir deren Fahrtlichter nicht mehr, eine pechschwarze Nacht umgibt uns. 

Gegen 3 Uhr in der Nacht schläft der Wind ein und wir müssen nun doch die Unterwassergenua zu Hilfe nehmen. Umso mehr freuen wir uns bei Sonnenaufgang über den inzwischen auf Süd gedrehten Wind, der uns nun mit Leichtigkeit und dann wieder unter Segeln genau bis vor die Insel Anguilla führt.

Der Anker fällt in der Bucht von Road Town, dem Einklarierungshafen von Anguilla. Wir checken ein und freuen uns über einen neuen Stempel in unserem Reisepass......und dass wir es doch noch können....

Freitag, 17. März 2017

Anegada.

auf der Suche nach einsamen, schönen Buchten sind wir auch auf den British Virgin Islands fündig geworden. Man laufe nur die Buchten ohne Bar und Restaurant und möglichst mit einer schwierigen Anfahrt an. So finden wir hinter engen Riffeinfahrten oder zwischen Korallenbänken noch ruhige Buchten mit schönen Stränden. 

Anegada, etwas abgelegen, nördlich der Inselgruppe, aber zu den BVI's gehörend,  ist so eine besondere Insel. Sie ist nicht vulkanischen Ursprungs wie alle anderen großen und kleinen Inseln, sondern nur eine flaches Kalkplateau, umgeben von Korallenbänken. Auf der Seekarte ist ein Kreuz neben dem anderen eingezeichnet. Um die Insel liegen unzählige Wracks. Sie zeugen von der Schwierigkeit, hier anzulanden. So ist es den Chartercrews auch nur unter fachkundiger Assistenz erlaubt, Anegada anzulaufen. Die schmale Einfahrt zu dem Eiland ist theoretisch nur maximal 2.40m tief und versandet immer wieder. 

Wir wollen heute trotzdem den Versuch wagen, diese besondere Naturinsel kennen zu lernen. Zahlreiche Vögel leben und nisten dort. Es winkt frischer Fisch und Lobster.

Unser Vorsatz lautet: Wenn wir mit unserem Tiefgang von 1.90m stecken bleiben, drehen wir um. Die kurze Entfernung von gerade einmal 15 sm macht das locker möglich. 

Wir starten um 8.30 Uhr. Kaum haben wir die Segel gesetzt, da überfallen uns heftige Squalls mit Regen. Wir reffen das Großsegel und bald auch das Vorsegel und rauschen mit 8 kn Geschwindigkeit Anegada entgegen. Die Sicht ist gleich null, das Meer aufgewühlt. Genau bei diesem Wetter wollten wir nicht in das Riff einlaufen. Wie so oft in der Karibik lassen die heftigen Squalls aber genau so schnell wieder nach, wie sie gekommen sind. Die zweite Hälfte der Strecke segeln wir bei guten Bedingungen. 

Erst 5sm vor dem Erreichen der Insel sind Baumgruppen am Horizont auszumachen. Anegada misst am höchsten Punkt gerade einmal 9 m. Wir tasten uns langsam in die mit Tonnen gekennzeichnete Einfahrt und versenken unseren Anker im weißen Muschelkalk. 

Es erwartet uns ein fast weißer Sand am weiten Sandstrand, einige urige Bars und himmlische Ruhe. Die Rumpf unserer Murada hat die himmelblaue Farbe des Untergrundes angenommen. 






Samstag, 11. März 2017

...und das gibt es auch auf den British Virgin Islands

.....die wunderschöne Ankerbucht......umgeben von sattem Grün......mit kleinem kieseligem Strand.......die Wellen plätschern sanft ans Ufer.....die Ruhe ist spürbar.......Entspannung für die Ohren.......aufatmen, durchatmen, genießen..........das Schiff liegt auf himmelblauem Sand.....der Anker ist von oben zu sehen.........eine Schildkröte steckt ihren Kopf aus dem Wasser......wir schnorcheln zum nahen Riff..........die Sonne schickt ihre Strahlen in die Tiefe......Fächerkorallen wiegen sich sanft in der Strömung.....Fischschwärme ziehen gemächlich weiter......einzelne bunte Fische gründeln im Sand........

Freitag, 10. März 2017

Im Herzen der Charterbasen in Road Town, Tortola, BVIs

Nun wundern wir uns über nichts mehr. Wir sind über die Service- und Anlaufstation der Charterbasen der BVI,s gestolpert.
Bei unserem Spaziergang um den Hafen von Road Town finden wir eine eigene Hafenstadt gewaltigen Ausmaßes. Eine Vielzahl von Katamaranen wartet hier auf ihre Vercharterung. Sie werden geputzt, repariert und gewartet. Es gibt eine eigene Dingi Wasch- und Putzstation. Handwerker und Putzkolonnen sind fleißig im Einsatz.
Uns ist absolut schleierhaft, wo diese vielen Kats noch hinpassen sollen bei den ohnehin schon vollen Buchten. Auch wundert es uns, dass die Boote offensichtlich nicht halbwegs ausgebucht sind. 
Was uns jetzt nicht mehr wundert sind die vollen Buchten und die Preise, die dem 3fachen der bisher kennengelernten Inseln entsprechen.
Immerhin haben wir den öffentlichen Bus gefunden, der für 3 US$ p. P. von Soper's Hole nach Road Town fährt. Für Nachahmer: Morgens um 7.20 Uhr Abfahrt ab der Fähre Soper's Hole Hinfahrt. Um 15.20 Uhr in Road Town vor Pusser's Rumshop Rückfahrt. Der Bus ist mit einem großen B gekennzeichnet und hält auf Handzeichen.




Donnerstag, 9. März 2017

Chartertourismus mit Folgen

Die BVI,s sind das ideale Charterrevier. Die kurzen Distanzen, der konstante Wind, Sonne pur, die herrlichen Strände, zahlreiche Bars und Restaurants, das alles zusammen macht den Reiz dieses Segelreviers aus.
Die Folgen sind überfüllte Buchten, Belegung mit Mooringtonnen, nur noch wenige Ankermöglichkeiten und hohe Preise. 
Vergebens suchen wir hier die preiswerten Sammeltaxis der bisherig besuchten karibischen Inseln. So wollen wir von der Soper's Hole Bay im Westen Tortolas in die Hauptstadt Road Town fahren. Das sind gerade mal 9km. Für 4 Personen kostet das Taxi 48US$......pro Strecke, versteht sich. Das finden wir nun doch ein wenig übertrieben.
Was aber noch trauriger ist; die Menschen haben ihre Lebensfreude verloren. Es wird uns kein "lime and enjoy" hinterher gerufen, kein "how are you, darling" ......keine lachenden, fröhlichen Gesichter, keine Menschen, die stolz sind auf ihre Insel.

Montag, 6. März 2017

Bubbly Pool

Der Wetterbericht sagt nichts Gutes voraus: Wind mit Böen bis 40kn ( ca. 8-9 Bft) und einer 3,5m See aus Nord.
Wir segeln in die Bucht Diamant Cay zwischen den Inseln Jost Van Dyke und Little Jost Van Dyke. Wir hoffen dort gegen den starken Nordost Wind und die aus Norden ankommende See geschützt zu sein.
Und tatsächlich können wir hier auf 4m sandigem Grund wunderbar geschützt zwischen den Inseln ankern. Ein Außenriff, das zwischen Jost Van Dyke und Little Jost Van Dyke verläuft, schützt uns vor den brechenden Seen. Es ist ein imposantes Naturschauspiel in unserer unmittelbaren Umgebung.
Am Nachmittag machen wir einen Spaziergang zum Bubbly Pool. Dabei handelt es sich um ein rundes Becken, umgeben von mächtigen Steinen. Durch einen engen Durchlass bahnt sich die Atlantikdünung ihren Weg durchs Gestein. 
Und es ist überwältigend. Mit einer ungeheueren Kraft türmen sich 3m hohe Wassertürme vor dem engen Durchlass, um mit einem atemberaubenden Getöse durch die enge Passage gepresst zu werden. 
Alfons und ich befinden sich in einem natürlichen While Pool unglaublicher Stärke. Wir werden von dem sprudelnden Wasser mitgerissen und angehoben, es ist ein einziger Sprudellift.

Wir haben wieder einmal das Gefühl, genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein und genießen die Einzigartigkeit der Natur mit allen Sinnen.





Samstag, 4. März 2017

The Baths






The Baths ist eine Gruppe von Felsen und riesigen Steinen, die an der Südküste Virgin Gordas, liegt. Die Felsen liegen entlang der Küste, als hätten Riesen mit Murmeln gespielt. Wahllos liegen sie über und nebeneinander, stapeln sich zu ganzen Bergen auf. Sie liegen auf feinpulvrigem hellen Sand, der immer wieder hervorlugt. Durch die Schichtung haben sich Höhlen, Grotten und Pools gebildet. 
Früh am Morgen machen wir mit unserer Murada an einer der Nationalparkbojen fest und schwimmen an Land. Wir klettern durch die gigantischen Felsklötze, bestaunen deren Farben, Formen und Größe. Die Sonne wirft hier und da einige Strahlen durch einen Spalt. 

Donnerstag, 2. März 2017

Die British Virgin Islands, kurz BVI,s genannt

Vor nicht allzu langer Zeit hätte ich nicht gewusst, dass es die British Virgin Islands gibt, geschweige denn, wo sie liegen.


Die British Virgin Islands sind eine Gruppe von mehr als 50 kleinen und größeren Inseln, die im Antillenbogen östlich von Puerto Rico liegen. Sie sind ein ideales Charterrevier wegen der Vielzahl der Inseln und der kurzen Segelstrecken.  So rollen auch wir, um von einem zum anderen Ankerplatz zu kommen, nur das Vorsegel aus und sind nach kurzer Zeit an einem neuen Strand mit neuer Umgebung.



Die BVIs sind stark besucht und in der Hand der Charterbasen.  Für die zahlreichen Charteryachten, in der Mehrzahl Katamarane, liegen Bojen aus. Die wenigen Fahrtensegler fahren hier eindeutig die kleineren Schiffe und ankern auf dem wenigen noch freien Platz am Rande des Bojenfeldes.



Trotzdem fühlen wir uns privilegiert. Schließlich können wir die schönsten Strände und aufregendsten Spots auf eigene Faust erkunden und so lange bleiben, wie es uns gefällt. So besuchen wir unter anderem auf Virgin Gorda den legendären "Saba Rock" und "Bitter End", Anlauf- und Treffpunkte der Segler.








Mittwoch, 1. März 2017

Reisegedanken


Wir segeln mit der aufgehenden Sonne im Rücken von St. Marten zu den British Virgen Islands.

Das Meer zieht uns immer wieder in seinen Bann, es geht von ihm eine ungeheuere Kraft und Faszination aus.

Es ist keinen Moment langweilig auf und mit dem Meer.
Es plätschert, gluckert, braust und tobt.
Es ist Kraft und Sanftheit zugleich. 
Es degradiert den Menschen zur Bedeutungslosigkeit,
fordert Ehrfurcht und Demut, erzeugt aber auch Freude und Lebendigkeit.
Auf und mit ihm zu Leben ist eine ständige Herausforderung.
Es gibt nichts Vergleichbares, nichts Spannenderes nichts Fordenderes.
Nichts ist wirklich berechenbar, nichts unmöglich,
es ist immer wieder überraschend, nie langweilig.

Wir möchten zur Zeit mit nichts auf der Welt tauschen.

Dienstag, 28. Februar 2017

In eigener Sache ...

das Leben wird doch nicht langweilig.....
.......in Erwartung einer spannenden Zeit in Deutschland.....
.....der Abflug ist in Planung...

aber von Anfang an: Da wir zur Zeit an Bord unserer Murada leben, haben wir unsere Wohnung (Haus, untere Etage) vermietet. 

Unsere jetzigen Mieter haben angekündigt, zum 1.8.2017 zu kündigen. Gerne hätten wir sie weiterhin als Mieter behalten, verstehen aber vollkommen, dass sie jetzt mit zwei Kindern mehr Platz brauchen und sich ein eigenes Haus gekauft haben. Unsere guten Wünsche werden sie begleiten.

Um einen neuen Mieter zu suchen, werden Alfons und ich Mitte bis Ende Mai nach Deutschland fliegen und den Sommer größtenteils in Cuxhaven verbringen. Wir freuen uns jetzt schon darauf, Familie und Freunde wieder zu treffen.

Sonntag, 19. Februar 2017

St. Barts.......fein und edel

Waren wir doch sicher, in Antigua bei den Reichen und Schönen angekommen zu sein, werden wir auf St. Barts eines Besseren belehrt. 

St. Barts oder St. Barthelemy, eine der kleineren Inseln südöstlich von St. Martin scheint vom Trubel des Massentourismus verschont, hier ist es fein und edel. "En vogue" wurde die Insel, als die "Rockefellers", "Fords" und "Rothschilds" die Insel für sich entdeckten und Stars und Sternchen anzogen. So entdecken wir unter anderem eine 163m lange Motoryacht eines russischen Großindustriellen. Auffällig ist, dass alle Luxusyachten, die hier zahlreich vor Anker liegen, in sogenannten "Steueroasen" beheimatet sind. 

Im zwei Minuten Takt  starten und landen Inselflieger und Privatjets auf dem kleinen Inselflughafen, um die gut betuchten Gäste und deren Crews abzuliefern. Die Promenade des schmucken Ortes Gustavia trägt Prada. Wir schlendern durch die aufgeräumten Gassen, freuen uns an manch schöner Auslage (natürlich ohne Preisangabe) und stellen fest, dass diese Art von Luxus uns inzwischen ziemlich kalt lässt. 

Wir wissen immer mehr unseren eigenen Luxus zu schätzen. Den Luxus, der darin besteht.......autark leben zu können.....fernab von Autoverkehr und Hektik ......auf dem Wasser ......mitten in der Natur......in einsamen Buchten......jeden Tag neu bestimmen zu können......Zeit zu haben......und ehrlich unsere Steuern zu zahlen. 

So segeln wir nach einigen Tagen weiter in die kleine Bucht von Ile Fourchue, einer Insel, die nur auf dem Wasserweg erreichbar ist und genießen unsere Art von Luxus. Wir springen ins Wasser, schnorcheln mit Schildkröten, spazieren über die Insel und sitzen
 am Abend mit Britta und Jens bei gutem Essen und Trinken an Bord zusammen.







Donnerstag, 16. Februar 2017

Die leidvolle Geschichte der karibischen Inseln


Bei all dem Schönen, von dem ich berichte, scheint mir die leidvolle Geschichte der Inseln doch einmal erwähnenswert.

Im Jahr 1492 eroberte Christoph Kolumbus viele der karibischen Inseln und nannte die Ureinwohner "Indios", da er dachte Indien entdeckt zu haben. In der folgenden Zeit kämpften die Kolonialmächte England, Frankreich und Holland erbittert um die Inseln. Dabei wechselten diese mehrmals ihre Besitzer. Heute sind die meisten Inseln unabhängig, aber in 25 Inselstaaten zerrissen. 
Die harmlosen, friedliebenden Ureinwohner wurden in Folge der Eroberungen komplett ausgerottet. Große Schätze konnten die Eroberer nicht finden, aber das Land war fruchtbar.
So bauten die Kolonialherren Zuckerrohr an. Für die schwere Feldarbeit wurden Sklaven aus Westafrika geholt. Angekettet im Bauch der Schiffe und geschwächt von der langen Überfahrt wurden diese wie Vieh auf dem Sklavenmarkt verkauft. Viele starben schon im ersten Jahr ihrer Ankunft an der körperlich schweren Arbeit und an vorher nicht gekannten Krankheiten.
Bewundernswert ist es, dass die Nachfahren der ehemaligen Sklaven heute glücklich auf ihren Inseln leben. Sie sind stolz und gastfreundlich. Sie heißen uns Weiße, trotz der leidvollen Geschichte, willkommen. Sie sind hilfsbereit und freundlich und haben sich ihre afrikanischen Wurzeln bewahrt. Es scheint, als führten sie so das Erbe der Ureinwohner fort.





Dienstag, 14. Februar 2017

St.Kitts, in der Hand der Kreuzfahrtschiffe

St. Kitts ist die Insel der Kreuzfahrer. Hier liegen täglich bis zu 5 Kreuzfahrtschiffe an der Pier. Eigentlich ein Grund für uns, diese Insel zu meiden. Aber einen kurzen Eindruck wollen wir uns doch verschaffen und außerdem müssen wir in Basseterre auschecken, um zur nächsten Insel segeln zu können.

Also lassen wir unseren Anker gleich neben den schwimmenden Riesen ins Hafenwasser plumpsen und machen uns auf den Weg zu Custom und Immigration. Wir finden eine mürrische Dame im Kreuzfahrtterminal, die alle Hände voll zu tun hat, die vielen Pässe der Tagesgäste zu stempeln. Notgedrungen fertigt sie uns zwischendurch auch noch ab. 

Wir staunen nicht schlecht. Hier hat man für die Kreuzfahrtschiffe eine komplette Einkaufsmeile gebaut; sage und schreibe 10 Juweliere warten auf zahlungswillige Kundschaft.  Begleitet von Steelbandmusik und umworben von Taxifahrern werden die Kreuzfahrtgäste hier freudig empfangen.

Mit Zeit und Landeskenntnis ist unser Weg ein anderer und wir machen uns auf die Suche nach dem Busbahnhof, um die Insel zu erkunden. Der Busfahrer erzählt uns, dass St. Kitts bis 2005 vom Erlös der Zuckerrohrplantagen leben konnte  und seitdem auf Tourismus setzt. Mit sehr viel Erfolg, wie uns scheint. Ein Kleinbus nach dem anderen, vollgepackt mit Kreuzfahrtgästen, überholt uns auf unserem Weg zur Brimstone Hill Fortress, eine der mächtigsten Festungsanlagen der Kleinen Antillen.

Es erwartet uns eine umfassend restaurierte Wehranlage, die 1999 mit dem dazugehörigen Nationalpark zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt wurde. 







Sonntag, 12. Februar 2017

"Praise the Lord" auf Nevis

Die Missionare haben auf Nevis ganze Arbeit geleistet. An jeder Ecke findet man eine Kirche. Es sind meist schlichte Häuser, massiv gebaut. Der Pomp und Prunk unserer Kirchen fehlt hier vollends. Im Kircheninneren steht ein einfacher Altar; dahinter befindet sich eine große Leinwand. Was mich fasziniert ist ein komplettes Schlagzeug, rechts des Altars.

Mein Interesse ist geweckt. Außerdem habe ich allen Grund, mich einmal ganz oben zu bedanken. Am kommenden Sonntag machen sich Britta und ich auf den Weg. Unsere Männer haben ganz wichtige Dinge am Schiff zu erledigen.

Möglichst unauffällig drücken sich Britta und ich auf die hintersten Stühle und schon geht es los. Es wird gesungen und geklatscht, der einfache Text auf der großen Leinwand hinter dem Alter, ähnlich unserem Karaoke, angezeigt. Schwungvoll unterstützt wird die Gemeinde von Schlagzeug, Keybord und Gitarre. Wir lassen uns anstecken, singen und swingen bald mit. 

Die zahlreich erschienenen Gemeindemitglieder sind tüchtig herausgeputzt. Die Herren im Anzug, die Damen im Kostüm mit Hut. Und dass wir unbeachtet bleiben würden...weit gefehlt. Die beiden Neuzugänge werden begrüßt und bald befinden wir uns lachend und tanzend mitten unter freundlichen Gesichtern. 

Die Geburtstagskinder des Monats Februar werden nach vorne gebeten und während das Geburtstagslied geschmettert wird, werden sie von den Gemeindemitgliedern gedrückt und umarmt. Hier bleibt keiner alleine, die Gemeinde ist eine große Familie und wir als Gäste werden herzlich mit einbezogen. 

Ja, so macht das Danksagen Freude und beschwingt kehren wir zu unseren Männern zurück.