Montag, 6. Februar 2017

Barbuda


Barbuda ist schon eine ganz besondere Insel. Sie ist ziemlich flach, die höchste Erhebung misst gerade 125 feet above the sea, das sind ca. 40m Höhe und besteht überwiegend aus Sand. Die Küsten sind gespickt mit Untiefen, in Form von Sandbänken, Steinen und Korallenriffen. Bei jedem Hurrikan wird ein wenig mehr vom Land abgetragen, so dass der schmale Sandstreifen, der die Lagune von Codrington vom Atlantik trennt, vielleicht schon in ein paar Jahren der Vergangenheit angehören wird.

Codrington, der einzige Inselort strahlt eine entspannte Ruhe aus. Kleine bunte Häuschen umgeben von Gartenland ähneln unseren Schrebergärten, nur weniger aufgeräumt. An den breiten Straßen und Schotterwegen sitzen die Menschen im Schatten und unterhalten sich lachend. Es gibt zwei Tante Emma Läden, einen Laden für alles - vom Stuhl bis zur Perücke -, eine Bank ohne Cashautomaten und eine Kneipe, in der uns der Besitzer mit einer Goldbarrenkette um den Hals freundlich bedient.  Stoppschilder scheint es im Angebot gegeben zu haben. Sie stehen überflüssig und eingewachsen an mancher Weggabelung.


Wir spazieren durch den Ort, suchen zum Ausklarieren drei verschiedene Häuschen auf. Jeder Offizielle hat hier nämlich ein eigenes kleines Häuschen quer über den Ort verstreut. So finden wir die Port Autority gleich am Anleger der Lagune, die Dame vom Zoll am kleinen Flughafen und die Dame von der Einwanderungsbehörde mitten im Ort, nicht weit von Polizei und Kirche entfernt. Die Offiziellen müssen erst gerufen werden, kommen dann gemächlich angeschlendert und füllen freundlich und singend die vielen nötigen Zettel aus. Computer???  Seeclear, ein Computerformular, das Alfons liebt ???.... nein, so etwas gibt es hier nicht. Lachend wird der Kopf geschüttelt ob solch einer überflüssigen Frage. Der Computer auf dem Tisch don't work.

So einfach ist das. Das würde ich mir in Deutschland auch wünschen. Arbeitsbedingungen, bei denen noch nicht optimiert wurde, das Wort "Zeit" ein Fremdwort ist und die Menschen ihre Arbeit singend erledigen.

Nach einem oder zwei Bier in der einzigen Kneipe fahren wir entspannt zurück zu unserer Murada, die über himmelblauem Sandgrund schwebt und trinken einen letzten Sundowner auf das Naturparadies Barbuda. Hier fällt der Abschied wieder einmal schwer.