Freitag, 17. März 2017

Anegada.

auf der Suche nach einsamen, schönen Buchten sind wir auch auf den British Virgin Islands fündig geworden. Man laufe nur die Buchten ohne Bar und Restaurant und möglichst mit einer schwierigen Anfahrt an. So finden wir hinter engen Riffeinfahrten oder zwischen Korallenbänken noch ruhige Buchten mit schönen Stränden. 

Anegada, etwas abgelegen, nördlich der Inselgruppe, aber zu den BVI's gehörend,  ist so eine besondere Insel. Sie ist nicht vulkanischen Ursprungs wie alle anderen großen und kleinen Inseln, sondern nur eine flaches Kalkplateau, umgeben von Korallenbänken. Auf der Seekarte ist ein Kreuz neben dem anderen eingezeichnet. Um die Insel liegen unzählige Wracks. Sie zeugen von der Schwierigkeit, hier anzulanden. So ist es den Chartercrews auch nur unter fachkundiger Assistenz erlaubt, Anegada anzulaufen. Die schmale Einfahrt zu dem Eiland ist theoretisch nur maximal 2.40m tief und versandet immer wieder. 

Wir wollen heute trotzdem den Versuch wagen, diese besondere Naturinsel kennen zu lernen. Zahlreiche Vögel leben und nisten dort. Es winkt frischer Fisch und Lobster.

Unser Vorsatz lautet: Wenn wir mit unserem Tiefgang von 1.90m stecken bleiben, drehen wir um. Die kurze Entfernung von gerade einmal 15 sm macht das locker möglich. 

Wir starten um 8.30 Uhr. Kaum haben wir die Segel gesetzt, da überfallen uns heftige Squalls mit Regen. Wir reffen das Großsegel und bald auch das Vorsegel und rauschen mit 8 kn Geschwindigkeit Anegada entgegen. Die Sicht ist gleich null, das Meer aufgewühlt. Genau bei diesem Wetter wollten wir nicht in das Riff einlaufen. Wie so oft in der Karibik lassen die heftigen Squalls aber genau so schnell wieder nach, wie sie gekommen sind. Die zweite Hälfte der Strecke segeln wir bei guten Bedingungen. 

Erst 5sm vor dem Erreichen der Insel sind Baumgruppen am Horizont auszumachen. Anegada misst am höchsten Punkt gerade einmal 9 m. Wir tasten uns langsam in die mit Tonnen gekennzeichnete Einfahrt und versenken unseren Anker im weißen Muschelkalk. 

Es erwartet uns ein fast weißer Sand am weiten Sandstrand, einige urige Bars und himmlische Ruhe. Die Rumpf unserer Murada hat die himmelblaue Farbe des Untergrundes angenommen.