Donnerstag, 27. Dezember 2018

Guatemala, Informationen Rio Dulce

RAM Marina, gute Marina, um sein Boot an Land zu stellen, freundliches Personal, relativ preiswerte Möglichkeit sein Schiff überarbeiten zu lassen, man kann aber auch selbst Hand anlegen

Marinas, um im Wasser zu bleiben sind reichlich und preiswert vorhanden, z. B. Tortugal, Bonito, Catamaran, Monkey bay, Tjax.....

morgendliches Funknetz um 7:30 Uhr auf Kanal 69, super organisiert mit Informationen zu Wetter, Ausflügen, Unternehmungen, Restaurants, Flohmarkt und mehr

zahlreiche Ausflüge und Ankermöglichkeiten auf dem Rio, el Golfete, Lago de Izabal sind möglich, z.B. Besuch Fort San Felipe, heiße Quelle Cascada Caliente, Naturreservat El Tenamit mit Zip lining, Kletterpark, Kajakfahrt und heißer Quelle, Wanderungen in den Regenwald...

Samstag, 15. Dezember 2018

Guatemala, Informationen zu den Landausflügen





_____________________Tikal____________________________________________________________________________
Von Seglern empfohlene Übernachtung direkt an der Mayastätte: Hotel "Tikal Inn"
gute Backpackerunterkunft mit reichlich Information in Flores: Hostel "los Amigos"

Eintritt Mayastadt Tikal: 150 Q
Eintritt Sunset Tour : 100 Q zusätzlich, Karten vorher besorgen, nachts keine Kaufmöglichkeit.

Umtauschkurs: 8 Quezal - 1 Euro


____________________Copan Ruinas/Honduras______________
Shuttel vom Rio Dulce nach El Florido/Grenzstation zu Honduras mit Backpacker/Rio Dulce Travel für 150 Q
ab der Grenzstation bis Copan Ruinas fahren lokale Kleinbusse, p.P. ca. 1 US, Geld umtauschen an der Grenze leicht möglich

Eintritt Maya Ruinen : 15 US
Museum : 7 US
Copan Ruinas, schöne kleine Stadt mit Kopfsteinpflaster u weißen Lehmhäusern

"Sol de Copan" Kleinbrauerei, Besuch empfehenswert: frisch gezapftes Hefeweizen, dem deutschen Besitzer Thomas einen Gruß ausrichten

Rund um Copan Ruinas:
Besuch der Hacienda San Lucas mit Los Sapos, Steinfiguren der Mayas, am besten ein Ausflug zu Pferde
Besuch La Onda Maya, Luna Jaguar Spa, Thermalbad, 80 Grad heißes Quellwasser kommt aus dem Berg, wird mit dem kühlem Flusswasser gemischt und in verschieden temperierte Steinbecken geleitet, 24 km nördlich von Copan Ruinas


_________________________Antigua_____________________________________________________________________
Shuttle von Copan Ruinas bis Antigua, 270km p.P. ca. 185 Q

Antigua, ehemalige Hauptstadt Guatemalas, von 3 mächtigen Vulkanan umgeben, koloniale Relikte, alte Kirchengebäude, Kopfsteinpflaster, lebendiger Parque Central, viele Cafes und Restaurants, reichhaltiges Angebot an Aktivitäten und Ausflügen, Shuttle Möglichkeiten zur Weiterfahrt, absolut empfehlenswert !


________________________Chichicastenango___________________________________________________________
Fahrt von Antigua nach Chichi mit lokalen Bussen:
Antigua - Chimaltenango ca. 16km
Chimaltenango - Los Encuentros ca. 74km
Los Encuentros - Chichicastenango ca. 18km, zusammen p.P. ca. 40 Q

Unterkunft "Chalet House", familiäre, einfache Unterkunft, sehr sympathische Eigner, bestes Frühstück mit Obst und frisch gebackenem Brot in ruhiger Wohngegend, trotzdem dicht beim Markt, würden wir immer wieder wählen!

Empfehlung: Samstag Anreise, Sonntag Kirche und Markttag, Montag Weiterreise



____________________Lago de Atitlan_____________________
Fahrt von Chichi nach Panajachel mit lokalen Bussen:
Chichicastenango - umsteigen in Los Encuentros ca. 18km
Los Encuentros - umsteigen in Solola ca. 12km
Solola - Panajachel ca. 8km, zusammen p.P. ca. 24 Q


Panajachel:
Tagesfahrt mit der Lancha über den See: 125 Q
Sundowner im Sunset Cafe mit Blick über den See auf die Vulkane

einfache Lanchafahrt nach San Pedro, Santiago...25 Q , letzte Fahrt 19:00 Uhr

San Pedro La Laguna:
Hotel "Gran Sueno" zentral, Blick auf den See
lebendiger Ort, viele Cafes u Kneipen, Vulkanbesteigung, Wanderung zum Sonnenuntergang, Yogastunden und zahlreiche Aktivitäten

San Marcos La Laguna:
ruhigstes und schönstes Dorf am See, Mekka für Entspannung und Yoga

Santiago Atitlan:
größter Ort am See mit ausgeprägter indigener Identität, wunderbaren Web und Stickarbeiten und einem lebendigen Markt und Zentrumsplatz

San Juan La Laguna:
Künstlerdorf, 11 Künstler von Malerei bis traditionellem Kunsthandwerk



_________________________Huehuetenango____________________________________________________________
Shuttle von Panajachel nach Huehue, 141km, p.P. ca. 185 Q

in Huehue...altes, eingesessenes Hotel mit Flair: " Zaculeu "
Bergkulisse, Ausflüge ins Cuchumatanes Gebirge


________________________________Uspantan____________________________________________________________
freundlicher, authentischer Ort ohne Tourismus, entspanntes Treiben auf dem Zentrumsplatz, reges Markttreiben an Markttagen


_____________Fahrt durch das Cuchumatanes Gebirge_________
Gebirgszug, der sich von der mexikanischen Grenze bis zur Atlantikküste quer durchs Land zieht, phantastische Ausblicke, üppiges Grün, indigene Dörfer, mit den örtlichen Kleinbussen
einfach befahrbar


______________________________Coban_________________________________________________________________
einfache Öko Lodge 8km südlich von Coban "Paraiso Verde"
Besuch des Orchideengartens "Orquigonia" Führung durch das Orchideen-Schutzgebiet
p.P. 50 Q


_____________________________Lanquin________________________________________________________________
Unterkunft "El Retiro" absolut perfekt, am Fluss, kleine palmenbedeckte Lodges, gute Informationen, Ausflüge und Shuttels zur Weiterfahrt

Höhlensystem Grutas de Lanquin, jede Menge Fledermäuse

Semuc Champey, 11km südlich von Lanquin, Naturschutzgebiet mit 300m langer Naturbrücke aus Kalkstein mit zahlreichen Becken, die von kühlem Flusswasser durchspült werden, landschaftlich einmalig.

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unsere Empfehlung für Segelfreunde mit 2 Wochen Zeit:
Start Rio Dulce - Copan Ruinas/Honduras - Antigua - San Pedro/Lago de Atitlan - Chichicastenango - Lanquin - Rio Dulce

unsere Empfehlung für 3-4 Tage:
Tikal zum Sonnenaufgang, Yaxha zum Sonnenuntergang,
Flores am Lago Peten Itza

unsere Empfehlung für 2-3 Tage:
Copan Ruinas mit Besuch der Maya Stätte

viel Spaß in Guatemala, einem Land mit Dschungel, Maya Stätten, Wasserfällen, Höhlen, heißen Quellen, Flüssen, Vulkanen, Gebirgszügen.....ursprünglich, faszinierend und aufregend.

Montag, 10. Dezember 2018

Guatemala Rundreise




Feinstaub ? ....was ist das ???..... hier gibt es nur richtigen Dreck !!!..........................
....nach 15 Tagen Rundreise durch Guatemala sind unsere Lungen frisch geteert....



Wir haben eine Strecke von 1250 km mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 27,5km pro Stunde zurückgelegt und uns hauptsächlich mit den "collectivos", den lokalen Beförderungsmitteln fortbewegt.
Das sind in erster Linie Kleinbusse, sogenannte Microbusse, auch Chickenbusse genannt, die selbst die entlegensten Dörfer des Landes anfahren und unermüdlich im Einsatz sind. Ein Fahrer und ein Einsammler nehmen jeden am Wegrand Stehenden mit ...samt Viehzeug.....Abstand vom friedlichen Truthahnschnabel zu Alfons Arm 2cm.....Die alten Toyotas werden bis zum Bersten vollgestopft, in der Spitze zählen wir 29 Personen. Größere Gepäckstücke werden auf dem Dach verstaut und noch während der Fahrt vom Einsammler festgezurrt.

Da solch eine Quetsch und Stapelfahrt nicht die Angenehmste ist, haben wir es, wenn möglich, immer vorgezogen mit den "camionetas" zu fahren. Dabei handelt es sich um alte, ausgediente, amerikanische Schulbusse mit reichlich Power unter der Motorhaube. Da kommt es schon einmal vor, dass an dem Busfahrer ein Formel 1 Fahrer verloren gegangen ist und er seine Kraft und Größe nutzend alle übrigen Verkehrsteilnehmer laut hupend rechts und links überholt. Manchmal erleben wir eine entspannte Fahrt mit guter Musik und Sitzplatz auf geteerten Strassen, manchmal sind wir nur froh, heil angekommen zu sein.

Diese Art des Reisens ist für die meisten Traveller zu unbequem und nimmt überdies viel Zeit in Anspruch. Deshalb haben sich in den touristischen Orten Shuttle Unternehmen etabliert, die die Reisenden in neueren, klimatisierten Kleinbussen von Hotel zu Hotel bringen. Wenn es passt, nutzen wir auch dieses Angebot, finden es aber spannender, von der Touristenroute abzuweichen und auf eigene Faust unterwegs zu sein. Nur so kommen wir mit der einheimischen Bevölkerung " hautnah" in Berührung und erleben deren Alltag. Mit einem Lächeln und ein wenig Spanisch sind wir immer weiter gekommen. Sobald wir uns fragend umsehen, wird uns ungefragt Hilfe angeboten und der Weg erklärt. So haben wir gelernt, die Ortsnamen richtig auszusprechen und viel von den Einheimischen zu erfahren.

Wir sind, besonders im Hochland Guatemalas, vielen "indigenas" begegnet. Die Nachfahren der Mayas sind sehr kleine Menschen. Sie reichen uns gerade bis zur Schulter, sind schlank, haben pechschwarzes, glattes Haar, dunkelbraune Augen und schokoladenfarbene Haut. Uns gegenüber sind sie stets zuvorkommend und fast schüchtern.


Die "artesanias", Handarbeiten haben in Guatemala einen hohen Stellenwert, sowohl für den täglichen Gebrauch, als auch für den Handel. Neben der Korbflechterei, Keramik und Holzschnitzerei bilden die Webarbeiten und Stickereien der Maya Frauen den größten Anteil. Die gewebten Stoffe werden noch auf Holzwebstühlen gefertigt und die Wolle mit Naturfarben gefärbt. Feuerstellen werden mit Holz betrieben. Selbst im kühleren Hochland gibt es keine Heizung.

Die traditionelle Kleidung der Frauen besteht aus dem "corte", einen gewebten Stück Stoff gewickelt zum Rock und einer bestickten Bluse, der "huipil". Eine breite, kunstvoll bestickte Taillenschärpe, "faja" genannt, hält alles zusammen. Je nach Region und Stammeszugehörigkeit variieren die Farben und Muster der Webstoffe und Stickerein. Kinder werden im großen Webtuch auf dem Rücken getragen, Material auf dem Kopf. Die vier wichtigsten Maya Bevölkerungsgruppen sind die Quiche, Mam, Kekchi und Cakchiquel. Jede Gruppe spricht ihre eigene Sprache und identifiziert sich durch ihre Kleidung und Riten.



Parallel zum christlichen Glauben besteht die alte schamanische Maya Religion mit ihren Gottheiten. In Chichicastenango erleben wir eine Massentaufe, weihrauchschwenkende Schamane, Opfersteine, auf denen Kerzen entzündet und Blumen niedergelegt werden, einen Trommler, der hoch auf dem Kirchturm sitzt und einen Opferaltar am Aufgang zur Kirche, der stetig befeuert wird.

In einer einfachen, aber wunderbar gelegenen Öko-Lodge bei Coban sitzen wir mit dem Inhaber in der mit einem Holzofen befeuerten Küche und nehmen an den einfachen Mahlzeiten teil. Von Hand geklopfte Maisfladen werden zu jeder Mahlzeit gereicht, dazu Bohnen oder Bohnenmus, Schafs- oder Ziegenkäse, Omeletts mit Tomate und Zwiebel und Kochbanane.

In Copan/Honduras bestaunen wir die noch gut erhaltenen Stelen der weitläufigen Maya Stätte, baden wie Maya Könige mitten im Urwald in Naturbecken, die aus einer heißen Quelle gemischt mit dem kalten Flusswasser unterschiedlich temperiert sind und reiten zu einer entlegenen Mayastätte in den Bergen.


Wir durchqueren das Cuchumatanes Gebirge, übernachten in untouristischen Orten, mischen uns unter die Einheimischen. Wir erleben bunte Märkte mit lebendem Getier, Obst und Gemüse, Haushaltswaren und Textilwaren, den Schuhputzer, sämtliche Gewerke auf engstem Raum, den Anhänger mit 5 Ziegen, auf dem es frisch gemolkene Ziegenmilch gibt, den Jungen mit der Schubkarre voller Erdnüsse, die Garküchen, Saft und Eisverkäufer.


Wir vergessen aber auch nicht, all die touristisch lohnenswerten Ziele anzusteuern. Wir fahren über den Atitlan See, spazieren durch die anliegenden Orte, ein jeder mit seinem besonderen Charme. Wir genießen bei einem Sundowner den phantastischen Blick über den See mit seinen imposanten Vulkanen Toliman und San Pedro.

Wir besuchen Antigua, die alte Hauptstadt Guatemalas mit seinen Kopfsteinpflastern und engen Gassen.


Wir reisen durch das unwegsame Binnenland, besteigen im Naturreservat Semuc Champey den Mirador mit seiner Aussichtsplattform und einem atemberaubenden Blick auf eine 300 m lange Naturbrücke aus Kalkstein mit zahlreichen Becken. Der Rio Cahabon verläuft größtenteils unterirdisch unter der Kalksteinbrücke und nach dem Abstieg nehmen wir ein erfrischendes Bad in den türkisfarben schimmernden, natürlichen Felsbecken.

Wir besuchen das 61 Meter tiefe Höhlenlabyrinth von Lanquin. Zur Dämmerstunde verlassen Hunderte von Fledermäusen die Höhle. Wir sitzen ruhig am Rand der Höhle und werden von den Fledermäusen zielsicher und nur mit einigen Zentimetern Abstand umflogen....unvergessliche Momente.

Wir erleben bei einer einfachen Maya Familie das Rösten der Kakaobohnen bis zur Schokoladenherstellung und lassen uns zeigen, wie und wo Orchideen wachsen.

Reich beschenkt und mit einer Fülle von Eindrücken treten wir die Heimreise an. Guatemala hat uns gefangen genommen mit einfachen, freundlichen Menschen, einer imposanten Landschaft, einer nach wie vor gelebten Maya Kultur und einer Lebendigkeit und Vielfältigkeit, die uns begeistert hat.

Bei unserer Rückkehr finden wir unser Schiff genau so vor, wie wir es verlassen haben. Der Coppercoat Unterwasseranstrich ist in unserer Abwesenheit gut gehärtet.

Einige Tage später sind wir im Wasser. Weihnachten und Silvester wollen wir, gemeinsam mit anderen Seglern noch im Fluss verbringen. Danach werden wir Guatemala in unserem Kielwasser zurück lassen und unsere Lungen mit dem frischen Wind vom Teer und Dreck der Strasse befreien.

Sonntag, 25. November 2018

Muradas neue Beinkleider


Wir entscheiden uns dafür, in Guatemala das Unterwasserschiff unserer Murada überarbeiten zu lassen.
Durch mehrmaliges Überstreichen in den letzten Jahren platzt an einigen Stellen die Farbe auf. Es ist der richtige Zeitpunkt, um die alte Unterwasserfarbe komplett entfernen zu lassen. Wir beobachten, wie gut in der Werft gearbeitet wird. Die Maschine zum Sandstrahlen ist täglich im Einsatz. Die Arbeiter nehmen sich viel Zeit und arbeiten sehr sorgfältig. Die Arbeitskosten in Guatemala sind relativ günstig.

Gespannt sehen wir dem Sandstrahlen entgegen. Wie sieht das Gelcoat unter der alten Farbe aus. Schließlich ist unsere Murada nicht mehr die Jüngste. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Vollkommen unversehrt und wie neu strahlt das schiere Unterwasserschiff. Die alte englische Moody Werft hat Qualitätsarbeit geliefert.

Stellt sich noch die Frage, welchen neuen Unterwasseranstrich wir wählen. Alfons beschäftigte sich schon längere Zeit mit Coppercoat. Durch Gespräche mit anderen Seglern und deren positive Bewertung entscheiden wir uns für dieses Produkt. Coppercoat besteht aus einer Beschichtung aus wasserbasierendem Epoxydharz mit einem sehr hohen Anteil reinem Kupfer.

Die Idee, organischen Bewuchs an Schiffsrümpfen unter der Wasserlinie durch Kupfer zu verhindern, ist uralt. Sie wurde früher durch das Benageln der hölzernen Schiffsplanken mit Kupferblechen erfolgreich praktiziert. Die heutige Verarbeitung ist nicht einfach. Es müssen Temperatur und Härtungsintervalle akribisch eingehalten werden. Coppercoat besteht aus 3 Komponenten, die als Gebinde geliefert werden. Je ein Liter Epoxydharz und Härter, sowie 2 kg reines Kupferpulver werden sorgsam vermischt. Der Auftrag erfolgt Schicht auf Schicht. Nach 2 Schichten Grundierung folgen 4 Schichten Coppercoat. Danach muss das Gemisch aushärten.

Wir nutzen die Härtungszeit, um Guatemala zu bereisen. Danach wird die Oberfläche leicht angeschliffen, um die dicht beieinander liegenden Kupferpartikel freizulegen. Das Anschleifen kann mehrmals wiederholt werden. Bis zu 10 Jahre soll Coppercoat so vor Bewuchs schützen. Wir sind gespannt.

Freitag, 9. November 2018

Tikal, Yaxha, El Remate, Flores




Die antike Maya Stadt Tikal liegt im Bezirk Peten. Guatemalas größtes und nördlichstes Departamento ist dünn besiedelt und vom Dschungel bedeckt. Das auffälligste Charakteristikum Tikals sind die hoch aufragenden, steilwandigen Tempel mitten im Urwald.

Um Tikal schon zum Sonnenaufgang besuchen zu können, übernachten wir in El Remate, einem kleinen Ort am östlichen Ende des Sees Lago de Peten Itza. In der Lodge direkt am See und am Rande des Naturschutzgebietes Biotopo Cerro Cahin werden wir in der Nacht vom lauten Geschrei der Brüllaffen geweckt. Um 4 Uhr heißt es sowieso Aufstehen und um 5 Uhr stolpern wir über Baumwurzeln durch den dunklen Urwald der alten Maya Stadt. Unser Ziel ist Templo IV, mit 65 Metern der höchste Turm Tikals. Pünktlich zum Sonnenaufgang lauschen wir den Geräuschen des erwachenden Urwaldes. Im Laufe des Vormittags erspähen wir Ticane und beim weiteren Erkunden der Anlage Affen und Pizote.

Wir sind mit einer kleinen Gruppe von Seglern unterwegs. Während der kompletten Tour stehen uns ein Kleinbus samt Fahrer zur Verfügung. So können wir entspannt durch Tikal schlendern, hier und da verweilen und die antike Stätte erkunden. Wir erklimmen Stufe für Stufe die Tempel, schlendern unter dem dichten Baldachin des Regenwaldes.

Man vermutet, dass ein Grund für die Ansiedlung der Mayas 700 v.Chr. im reichhaltigen Vorkommen von Flintsteinen lag. Von diesem wertvollen Material wurden Keulen, Speerspitzen und Messer hergestellt und zum Tausch genutzt. Um 250 n.Chr. war Tikal schon eine dicht besiedelte Stadt von großer religiöser, kultureller und wirtschaftlicher Bedeutung. Der Stern Tikals verblasste um 900 n.Chr. Die Stadt teilte damit das Schicksal anderer Maya Zivilisationen in den Niederungen, die einen allgemeinen mysteriösen Verfall erlitten.

Drei weitere Mayastätte Yaxha, Nakum und El Naranjo bilden ein Dreieck, welches die Grundlage für einen Nationalpark mit einer Fläche von mehr als 360 Quadratkilometern bildet und im Westen an den Parque National Tikal grenzt.

Yaxha mit dem gleichnamigen See "Lago Yaxha" besuchen wir am Nachmittag und erleben vom höchsten Tempel einen einmaligen Sonnenuntergang mit Blick auf den See und die umliegenden Berge. Das rauchige, kehlige Gebrüll der Affen schallt aus dem dichten Dschungel und untermalt die Szenerie.

Erfüllt von den Eindrücken des Tages fallen wir müde in die Betten. Am nächsten Vormittag bleibt noch Zeit für ein Bad im See und eine Probefahrt mit dem Kanu.



Gegen Mittag fahren wir nach Flores, der Inselstadt auf dem Lago de Peten Itza. Flores eignet sich wunderbar zum Bummeln auf der Promenade rund um die Insel und zur Kathedrale Nuestra Senora de los Remidios auf der Anhöhe im Zentrum. Neben harmonischen Klängen aus den traditionellen großen Holzxylophonen wird fleißig an der Weihnachtsdekoration gearbeitet.

Donnerstag, 8. November 2018

Tikal...zum Sonnenaufgang auf dem Weg zum Tempel IV






...in einer finsteren Nacht bewegt sich unsere kleine Menschengruppe durch die antike Stadt Tikal. Ohne zu Reden schleicht einer hinter dem anderen her. Über uns wölbt sich das Dschungeldach. Es riecht nach lehmiger Erde und Pflanzen. Es ist ein nebliger Morgen. Kein Mond erhellt die Nacht. Noch scheint der Dschungel zu schlafen. Auf den Weg konzentriert, versuchen wir nicht über Baumwurzeln zu stolpern. Jede Morgenmüdigkeit ist verflogen. Die Sinne sind hellwach. Es ist noch kühl an diesem Morgen auf dem Weg zum höchsten Turm von Tikal.
Fernando, der zertifizierte Guide, führt unsere kleine Gruppe an. Ohne ihn wären wir im dichten Dschungel hilflos. Er bleibt stehen, wartet bis sich alle versammelt haben. Er löscht die Taschenlampe, die uns bisher den Weg erahnen ließ. Wir stehen still im stockdunklen Urwald, halten gespannt den Atem an.
Dann geht ein ehrfürchtiges Raunen durch unsere Gruppe. Im Licht der aufblitzenden Taschenlampe erhebt sich aus dem Nebel in unmittelbarer Nähe ein hoher, schlanker Turm. Mühelos überragt er die Urwaldbäume. Wir genießen den Anblick, erahnen die Geschichtsträchtigkeit des Ortes, lauschen Fernandos Bericht von der Kultur der Mayas, deren Zeremonien und Riten.
Dann erlischt die Taschenlampe, wir folgen Fernando, den Weg ertastend, bis dieser erneut innehält. Er klatscht mehrmals in die Hände....ein Echo antwortet. Er wiederholt das faszinierende Schauspiel und unsere gespitzten Ohren nehmen das Echo glasklar wahr.
Mit wieder angeknipster Taschenlampe finden wir uns auf einem Platz wieder, der von 2 großen Türmen eingefasst ist. Die Tempel um den Gran Plaza sind so exakt platziert, dass eben dieses Echo entstehen kann... eine eindrückliche Demonstration der Architekturkunst der Mayas.

Unsere Gruppe geht weiter stetig bergan. Nach einer dreiviertel Stunde erreichen wir Templo IV, den mit 65 Metern höchsten Turm Tikals. Wir erklimmen die steile Treppe, die bis zur Turmspitze hinaufführt. Hier, mit dem Rücken ans Mauerwerk gelehnt, sitzen wir auf Steinstufen und blicken gen Osten dem erwachenden Tag entgegen. Der Morgen bleibt nebelverhangen. Das erste Geräusch des Tages ist das rauchige, kehlige Geschrei der Brüllaffen. Dann folgt der ein und andere Vogelruf. Immer bunter wird die Melodie des Morgens bis uns ein vielstimmiges Konzert einen wunderbaren Tag verspricht.

Mittwoch, 24. Oktober 2018

10/2018...zurück in Guatemala




 
Nach 3 spannenden Reisetagen mit Zugausfall, Flugumbuchung und Gepäckdurchsuchung sind wir an Bord unserer Murada angekommen.

Insgesamt haben wir eine Strecke von ca. 11.500km zurückgelegt...

...dabei haben wir genutzt: die Deutsche Bahn, ihren Schienenersatzverkehr, Hotelübernachtung in Frankfurt, Flug mit United Airlines nach Houston/USA, Weiterflug nach Guatemala City, Taxi, Hotelübernachtung beim Flughafen, Taxi zum Busbahnhof Guatemala, Reisebus bis Fronteras/Rio Dulce, Tuk Tuk zur Ram Marina.

dazu der Kommentar unseres Sohnes: .... seid ihr weit weg...

Sonntag, 13. Mai 2018

Guatemala






Zum Schluss unserer Reise wird es noch einmal richtig spannend. Wir nähern uns Guatemala. Hier im Rio Dulce wollen wir unsere Murada in der Regenzeit an Land stellen. Vor der Einfahrt zum Fluss gilt es eine Barre zu überwinden. Für viele Segler mit einem Tiefgang von mehr als 2 Metern ist die Einfahrt nur unter Schwierigkeiten möglich. Unsere Murada misst offiziell 1.85m, aber mit unserem derzeitigen Reisegepäck liegt sie deutlich tiefer im Wasser. Bereits auf dem Weg hierher dreht sich bei den Seglern alles um das Thema, wie und wann die Barre zu überwinden ist, welchen Tiefgang die verschiedenen Schiffe haben, bei welchem Tiefgang eine Einfahrt ohne fremde Hilfe noch möglich ist, wo die Fahrrinne verläuft. Gemeinsam wird der beste Termin ermittelt. Die Gestirne werden zu Rate gezogen und das Wetter beobachtet.

Wir sind pünktlich zur richtigen Zeit vor Ort. Es ist Hochwasser und Neumond, die See ist ruhig. Die Einfahrt zum Fluss lockt in der Ferne. Wir folgen Brigitte und Kurt. Mit ihrer Segelyacht Elena, einer Vanderstadt 34 haben die beiden 1.60m Tiefgang plus Zuladung. Kurt folgt seinem Track vom letzten Jahr. Damals hatte er noch ausreichend Wasser unter dem Kiel. Wir folgen in gebührendem Abstand, die Spannung steigt. Zunächst läuft alles reibungslos, da plötzlich nickt Elena ein und sitzt auf. Der Untergrund besteht aus weichem Schlick. Mit Vollgas muddelt sich Elena durchs Flache und fährt weiter. Kurze Zeit später stecken auch wir fest. Hinter uns mölmt das Wasser, unser Motor schiebt uns Zentimeter für Zentimeter vorwärts. Mal denken wir, wir haben es geschafft, dann landen wir wieder sanft auf dem nächsten Schlickhaufen. Kurt und Brigitte sind bereits über der Barre, ankern vor dem Einklarierungsort Livingston und warten auf uns. Wir sind zuversichtlich, dass es nur noch 10 Minuten dauern kann; schließlich schiebt sich unser Schiff Stück für Stück voran. An Land hat man uns bereits beobachtet. Ein kräftiges, kleines Motorboot nähert sich und bietet seine Hilfe an. Es ist Hector. Er will unser Schiff leicht krängen, um unseren Tiefgang zu minimieren. Noch sind wir guter Dinge, dass wir es selbst schaffen können. Tapfer muddeln wir uns durch den Schlick. Gespannt beobachten wir, wie Hektor ein entgegenkommendes Segelschiff vorsichtig auf die Seite legt und den Segler über die flachen Stellen begleitet. Sollten wir uns doch helfen lassen ? ......wie breit ist die Barre denn noch ? Inzwischen haben wir uns 40 Minuten durch den Mudd gekämpft und der Zeitraum des höchsten Wasserstands ist verstrichen. Entspannt kommt Hector längsseits und bietet erneut seine Hilfe an, die wir dieses Mal dankbar annehmen. Es ist dann wirklich kein großes Problem. Hektor zieht das Schiff am Spinnakerfall gefühlvoll auf die Seite und in kurzer Zeit schwimmen wir im tiefen Wasser.

Wir klarieren in Livingston ein. Ein neues Land, neue Eindrücke, Farben und Gerüche nehmen uns schnell gefangen. Maya Frauen in farbigen langen Röcken und Blusen mit Blumenmustern verkaufen köstliche Früchte, bunt gewebte Stoffe hängen flatternd im Wind.

Die anschließende Fahrt auf dem Rio Dulce in den Regenwald ist dann überwältigend. Wir fahren mitten durch den Dschungel. Umgeben von üppigem Grün schlängelt sich der Fluss in Kurven und Biegungen immer tiefer ins Landesinnere. Ein Konzert aus Vogelstimmen begleitet uns, Silberreiher fliegen in Schwärmen über den Fluss, Schwalben landen auf unserem Relingsdraht. Wir motoren durch eine Schlucht umgeben vom Regenwald. Dann öffnet sich der Fluss zu einem See und wir können uns bei halbem Wind von den Segeln ziehen lassen. Kleine strohbedeckte Hütten liegen versteckt im Grün. Einige Lanchas, lange schmale Boote kommen uns entgegen. Fischer werfen ihre Netze aus.

Vor der RAM Marina fällt der Anker. Wir springen ins Wasser und schwimmen zum ersten Mal seit langer Zeit im Süßwasser. Hier stellen wir unsere Murada an Land. Ein Segler nach dem anderen verabschiedet sich in die Heimat und auch unsere dritte Karibsaison geht ihrem Ende entgegen. Wir verlassen unsere Murada gut verpackt für die bevorstehende Regenzeit. Wenn alles wie geplant verläuft, sind wir am 15. Mai in Deutschland und können am nächsten Tag bei unseren Segelfreunden die Leinen für ihren ersten großen Schritt in die Fahrtenseglergemeinde lösen. Wir freuen uns auf das Wiedersehen.

Samstag, 14. April 2018

Belize...eine meerblaue Überraschung





mehr "blau" geht nicht ! Was von uns nur als Rückweg zum Sommerlager in Guatemala gedacht war, entpuppt sich zu einem echten Highlight.

Belize, das kleinste Land Zentralamerikas mit seiner langen Küste und dem vorgelagerten Great Barrier Riff erlaubt Segeln vom Feinsten. Sehr viele kleine Inseln liegen zwischen dem Festland und dem Außenriff. Es gibt nur wenige Durchlässe. Wir segeln von Kuba kommend in die Einfahrt von San Pedro. Nach dem Einklarieren geht es in gemütlichen Etappen Richtung Süden. Erst einmal hinter dem Riff erwartet uns ruhiges Wasser. Bei konstantem Ostwind gleitet unsere Murada leise rauschend dahin. Die Farbe des Wassers changiert von türkis über hellblau bis smaragdgrün. Die Tiefe beträgt manchmal nur wenige Meter und wir können den Meeresboden erkennen. Den Kurs müssen wir gut berechnen, um nicht auf Grund zu laufen. Wenn wir eine der kleinen Inseln ansteuern oder uns zwischen den Inseln unseren Weg suchen, halten wir gut Ausguck, um uns von Korallenstöcken, die manchmal bis knapp unter die Meeresoberfläche wachsen, frei zu halten. Und es kommt vor, dass ein vermeintlicher Stein in majestätischen, schwingenden Bewegungen davon gleitet. Wenn auch das Segeln vor Belizes Küste nicht einfach ist, gutes Kartenmaterial und umsichtige Navigation Voraussetzung sind, so werden wir doch tausendfach belohnt.

Angekommen springen wir ins Wasser, tauchen zum Anker und erkunden den neuen Liegeplatz. Da kommt es schon einmal vor, dass eine Seekuh gemächlich ihres Weges zieht. Mit ihrer gewaltigen Schwanzflosse bewegt sich das gewichtige Tier scheinbar mühelos durchs Wasser. Wir fahren mit dem Beiboot an die Riffkante. Dort im seichten Wasser finden wir die intaktesten Korallen unserer bisherigen Reise. Lilafarbene, filigrane Fächerkorallen lassen sich vom Wasser seicht hin und her wiegen. Große Röhrenkorallen stehen verwurzelt am Grund und strecken ihre langen Arme leicht wiegend dem Licht entgegen. Stein- , Hirn- und Geweihkorallen, Röhren-, Vasen- und Becherschwämme bilden kunstvolle Korallenstöcke. Es scheint, als hätte die Natur einen wunderschönen Unterwassergarten angelegt. Wir schauen von oben auf diese eigene Welt und staunen. Zwischen und um die Korallen schwimmen Rifffische in den herrlichsten Formen und Farben, verstecken sich im Labyrinth der Zwischenräume. Ein Schwarm Doktorfische zieht an uns vorbei. Ein gepunkteter Adlerrochen fliegt mit ruhigen, kraftvollen und schwingenden Bewegungen durchs Wasser. Am Außenriff begegnet uns ein Riffhai, der zu unserer Erleichterung unbeirrt weiterzieht. Ab und zu tauchen wir zum Grund, schauen unter das Höhlensystem eines Korallenblocks. Dort wohnen Lobster, Einsiedlerkrebse, Kofferfische und manchmal schläft dort ein Ammenhai. Erstaunlicherweise sind hier nur einige wenige Segler unterwegs und auch Charterschiffe sehen wir kaum. Oft haben wir eine kleine Insel für uns alleine, die Ruhe ist unbeschreiblich, mitten in der Natur zu liegen beglückend.

Vor Belizes Riff liegen drei von vier Atollen in der Karibik. Auf einem der Atolle, dem Lighthouse Reef, liegt das weltberühmte "Blue Hole". Das "Blue Hole", eine tiefblaue Pupille mit einem aquamarinblauen Rand, umgeben von den helleren Farbtönen des Riffs, ist Weltnaturerbe. Das im Zentrum tiefblaue Loch bildet einen perfekten Kreis von 304m Durchmesser an der Oberfläche. Es soll ca. 120m tief sein. Auf 40m Tiefe eröffnet sich eine Galerie an einer Felswand an der sich vor dem Absinken des Meeresspiegels eine Kalksteinformation aus bis zu 8m hohen Stalaktiten und Stalagmiten gebildet hat. Alfons hat dieses Naturwunder während eines geführten Tauchausflugs besucht.

Auch an Land hat Belize viel zu bieten. Es ist dünn besiedelt. Die Menschen leben mit vielen Kulturen friedlich zusammen. Die Amtssprache in Belize ist englisch. Die Versorgungslage ist gut, die Märkte begeistern mit frischem Obst und Gemüse. Im Landesinneren locken die antiken Stätte der Mayas, tropischer Regenwald, Nationalparks und Naturreservate mit einer Vielzahl an Tieren und Pflanzen. Das alles wollen wir in unserer nächsten Karibiksaison ausgiebig bereisen.

Vorerst ist unser Erlebnisspeicher gut gefüllt mit all den Eindrücken dieser Saison. Gestartet von den ABC Inseln Aruba, Bonaire und Curacao besuchten wir die fröhliche und entspannte Insel Jamaika, die kleine aber reiche Insel Grand Cayman, machten uns auf der größten Insel der Karibik in Kuba auf eine Reise in die Vergangenheit und erleben nun Natur pur in Belize. Reich beschenkt, zufrieden und glücklich blicken wir auf eine spannende Saison zurück.

In den nächsten Tagen segeln wir unser vorerst letztes Stück und werden nochmals das Land wechseln. Unser Ziel ist die RAM-Marina im Rio Dulce, einem Fluss im Regenwald Guatemalas. Mitte April ist Neumond und der Wasserstand während der Springtide am Höchsten. Dann werden wir hoffentlich ohne Grundberührung über die Barre in der Einfahrt motoren können.
Dort ist dann Schluss mit lustig. Bei den im Regenwald vorherrschenden 38 Grad Hitze und 80-90 %Luftfeuchtigkeit werden wir wohl ein wenig ins Schwitzen kommen, wenn wir unsere Murada für ihren Landaufenthalt fertig machen. Es kann also durchaus sein, dass wir uns auf die kühle Heimat freuen. Solong

Dienstag, 20. März 2018

Cuba, der Versuch einer Bestandsaufnahme





Seit 6 Wochen leben wir in Cuba. Wir liegen mit unserer Murada vor Cienfuegos und Cayo Largo vor Anker. Von Cienfuegos aus fahren wir nach El Nicho, baden in den mehrstufigen Wasserfällen des Rio Hanabanilla im Escambray Gebirge. Wir besuchen Trinidad, die Stadt der Schaukelstühle und das noch ursprüngliche Santa Clara. Wir kommen durch Cumanayagua, einen ländlichen Ort im Herzen Cubas, in dem noch Pferdefuhrwerke das Strassenbild bestimmen. Wir fahren nach Havanna, streifen durch die schon restaurierte Altstadt und sind sprachlos über den Verfall bis zum Zusammenbruch von ehemals herrlichen alten Häusern ein paar Strassen weiter. Wir schlendern bei Sonnenuntergang über den "malecon", die marode Uferpromenade und tauchen im legendären "Tropicana" ins Nachtleben von Havanna ein. Nach dem trubeligen Stadtleben machen wir uns auf den Weg in das Tal von Vinales. Das ertragreiche Tabakanbaugebiet mit seiner faszinierenden Landschaft ist Unesco Weltnaturerbestätte. Mogotes, große Kalksteinmonolithe, liegen verstreut vor der Gebirgskette der Sierra de los Organos. Die "guajiros", Landarbeiter, ziehen an einer Zigarre rauchend, wie vor 100 Jahren einen Pflug von Ochsen durch ein rostrotes Tabakfeld. Wir sitzen auf der Terrasse unserer casa mit einem herrlichen Blick auf die Berge und die nachbarschaftliche Bautätigkeit.

Was wir sehen ist eine Insel in Aufbruchstimmung.
Neben Pferdefuhrwerken fahren die ersten Elektroroller und Elektroautos. Und überall wird angebaut und aufgestockt. Wer eine "casa particular" eine Privatunterkunft vermieten kann, verdient mit einer Übernachtung so viel wie ein Arbeiter im ganzen Monat. Wer an die Touristenwährung CUC kommt, kann sich in ganz kurzer Zeit sehr viel mehr leisten.
Da verwundert es nicht, dass die Methoden, an die begehrte Währung zu gelangen, immer dreister werden. Selbst an der Kasse im Einkaufsladen wird für ausgezeichnete Ware eben mal 25 Prozent mehr verlangt, im Touristenbus erhält man für 2 Personen nur eine Fahrkarte oder auch mal gar keine. Hier scheint das kollektive Wegschauen und das in die eigene Tasche arbeiten kultiviert und ohne Folgen möglich. Leider sind unsere Erfahrungen nicht immer erfreulich. Noch scheint das Maß aller Dinge nicht ausgelotet. Die Dreistigkeit scheint auf dem Vormarsch, das schnelle Geld winkt, der ahnungslose Tourist wird gnadenlos ausgenutzt.

Wir sind dicht an die Cubaner herangekommen, haben viel gesehen und erfahren, haben viele Fragen gestellt. Wir haben gelernt, mit und wie die Cubaner anzustehen. Man fragt nach " ultimo", dem Letzten in der wartenden Menschentraube. Wir haben gelernt, dass das Warten manchmal lange dauern kann und auch die weiter entfernt stehenden Gruppen im Schatten noch vor einem dran sind. Wir werden aber wohl nie die schier unendliche Geduld der Cubaner verstehen lernen. Wir haben Restaurants und Bars gefunden, die nur von Einheimischen besucht werden. Auf der Suche nach Lebensmitteln haben wir die Läden durchstreift und gelernt sofort zuzuschlagen, wenn das Gewünschte erst einmal vorhanden ist. Wir haben erfahren, dass allen Menschen in Cuba eine Grundversorgung zusteht. Diese Grundversorgung reicht nicht aus, um im Alter gut leben zu können. So arbeitet im Hafenbüro der ehemalige Dollmetscher Fidel Castros als Hafenmeister. Reisen ist zwar inzwischen theoretisch möglich, aber für den normal verdienenden Cubaner ist alleine der Flug unerschwinglich. Der Durchschnittslohn vom Fabrikarbeiter bis zum Arzt beträgt ca. 25 CUC. Wohnung, rationierte Lebensmittel, Bildung und Gesundheitswesen werden vom Staat abgedeckt. Handys sind inzwischen so weit verbreitet wie überall auf der Welt. Es gibt aber nur wenige Möglichkeiten ins Netz zu kommen. Sieht man auf einem Platz eine Handy bedienende Menschentraube, kann man sich getrost dazu stellen und unter Einsatz der zuvor erworbenen Internetzugangskarte die neusten Nachrichten herunter laden.

Am staunenden Betrachter wandern mal eben 100 Jahre Zeitgeschichte auf engstem Raum und in kürzester Zeit vorbei. Da fährt das Pferdefuhrwerk neben dem neuen, aus China importierten Elektroroller. Wenn die Cubaner es schaffen, so fließend in die Neuzeit umzusteigen, macht das Hoffnung. Hoffnung, dass sie viele unserer Fehler auslassen!? Das einzige Kernkraftwerk wurde wegen Geldmangels nie fertig gestellt.

Wir werden diese Insel mit ihren Schätzen im Auge behalten und ihre politische Entwicklung weiter verfolgen. Wir wünschen den Menschen in Cuba, dass sie ihre sozialen Errungenschaften erhalten oder sogar verbessern können und dass sie es schaffen alle am Aufschwung zu beteiligen. Es wäre diesem Volk zu wünschen. Es hat sich in entbehrungsreichen Zeiten zusammengerauft und gegenseitig unterstützt, ein wunderbares Erbe mit viel Liebe zusammengeflickt und weitestgehend erhalten, aus der Not eine Tugend gemacht, sich ihre wunderbare Musik und Lebensfreude erhalten und ihren Stolz nicht verloren. Viva Cuba!

Sonntag, 25. Februar 2018

Trinidad, Stadt der Schaukelstühle





Das frühe Geräusch des herannahenden Tages ist ein beginnendes Vogelgezwitscher. Mit dem ersten Dämmerlicht stimmen die Hähne in den Chor mit ein. Der Tag erwacht träge. Die ersten Stimmen sind auf der Strasse zu hören. Geklapper von Pferdehufen auf Kopfsteinpflaster hallt durch die Gasse. Noch bin ich zu müde, um aufzustehen. Die Geräusche vermischen sich zu einem geruhsamen Konzert aus Vogelgezwitscher, Krähen der Hähne, Stimmen der Menschen und Hufgeklapper.
Da ertönt ein melodisches "pan pan"...und wieder "pan pan"....
Jetzt hält mich nichts mehr im Bett. Ich schleiche noch müde auf die Veranda, setze mich in den Schaukelstuhl und lasse die Situation auf mich wirken.
Der Brotverkäufer auf seinem Fahrrad mit Anhänger und dem großen Brotkorb fährt weiter. Die Frau von gegenüber fegt vor der Haustür. Der alte Mann von nebenan kommt mit dem Frühstücksbrot in der Hand aus seiner Tür und beginnt ein erstes Schwätzchen. Jetzt klappert ein Pferdefuhrwerk mit Baumaterial vorbei. Der Nachbar von schräg gegenüber tritt aus der Tür und hängt einen Vogelkäfig neben seine Eingangstür. Eine Frau zwei Häuser weiter gesellt sich mit Lockenwicklern auf dem Kopf zu ihren Schwätzchen haltenden Nachbarn. Die Ersten machen sich auf den Weg zur Arbeit. Ein Mann auf einem Fahrrad fährt Zigarre rauchend vorbei. Jetzt klappern immer mehr Pferdefuhrwerke beladen mit Baumaterial, Obst und Gemüse durch die Gasse. Das Leben auf der Strasse nimmt seinen geruhsamen Anfang.
Ich wähne mich auf einer Zeitreise in die Vergangenheit. Wie vor 100 Jahren geht das Leben in Trinidad noch einen gemächlichen Gang. Hier findet das Leben bei offener Tür auf der Strasse statt. Und überall, wirklich überall, ob in der Stube oder auf der Veranda stehen Schaukelstühle. Mir scheint, als würde in Trinidad noch der Schaukelstuhl den Rhythmus des Lebens bestimmen.





Cuba, Cienfuegos,Trinidad Infos





VISA-Verlängerung:
  1. Eine Wertmarke für 25 CUC kaufen. Diese gibt es nur in der BANDEC Bank, geöffnet Mo-Fr 08-15 Uhr, Sa 08-11 Uhr, 22°08'46.94"N 080°27'04.58"W, Avenida 56, zwischen Calle 29 und 31.
  2. VIZA verlängern in der Immigration, 22°08'40.99"N 080°26'14.95"W, Avenida 56, zwischen Calle 59 und 61, Öffnung für die VIZA-Verlängerung nur D 08-17 Uhr und Sa 08-12 Uhr. Mitbringen: Wertmarke von der Bank, Reisepass, Touristenvisum, Bestätigung einer Krankenversicherung und viel Zeit!!!


Geld von der VIZA-Karte in CUC nur am Automaten oder direkt in der Bank in Cienfuegos!

Euro (Bargeld) in CUC oder CUP:
Nähe von der Marine und ohne lange Wartezeiten, CADECA, Avenida 14, Calle 39 in Punta Gorda,
22°07'38.89"N 080°26'58.28"W
1 CUC = 25 CUP
1 CUC = 1 US$
1 CUC = 0,83 €


Restaurants:

Shekinah, Avenida 46 #3908 A e (Hausnummer) , zwischen Calle 39 und 41 Tel: 525479, geöffnet Di-So 12-14 Uhr und 18-22 Uhr

La Casa de Chango, 22°08'15,88"N 080°26'49.38"W, Avenida 38 Ecke Calle 41

Preise der Marina:
Ankerlieger 0,30 CUC pro Fuß und Tag
Hafenlieger (selten möglich) 0,70 oder mehrere Tage 0,68 CUC pro Fuß und Tag
Wasser 5 CUC pro 1 m³
Diesel 1 CUC pro Liter

Wäscherei für Kubaner: mit Glück auch für uns…
Avenida 56, zwischen Calle 41 und 43, 22°08'44.42"N 080°26'44.83"W

Fahrt in die Stadt von der Marine:
Mit dem Bus: 0,20 CUP, man gibt einfach 1 CUP und fährt mit 4-5 Personen! 1 CUP = 0,04€!
Fahrradtaxi ca. 3 CUC
Taxi= Auto ca. 5 CUC
Motorradtaxi ca. 5 CUC

Ausflüge in die Umgebung:
Vor dem Club Nautico neben der Marina steht tagsüber ein Vertreter von YARÉ TAXI Driver, Tel 01-53384318 mobil, 43510560 home, er machte immer Preise die man sofort annehmen konnte, super günstig, vermittelt auch Casa Particularis, super günstig.





Beispiel:
Ausflug nach Trindad von Cienfuegos/Marina: 1. Tag Taxifahrt für 4 Personen: 40 CUC Anreise
Übernachtung im Doppelzimmer mit eigenem Bad pro Nacht 15 CUC, Frühstück pro Person und Tag 5 CUC, 1 Abendessen 8 CUC pro Person mit Wein
  1. Tag Rückreise 40 CUC für 4 Personen

Unterkunft:
Dailin-y-Yadira, Clemente Pereira #114. e/Simón Bolivar y Fidel Claro, 21°48'11.06"N 079°59'19.51"W, http://hostalyadiraydailin.zohosites.com


Sehr gutes Restaurant in Trinidad:
Ochun Yemaya, Piro Guinart (Boca), 151B, 21°48'18.67"N 079°59'18.1"W, geöffnet 11-20 Uhr täglich




Cuba, ein Rohdiamant



Cuba, wie soll man diese Insel beschreiben ? Vielleicht mit:
Sie ist so vielseitig, wie ihre Fortbewegungsmittel ....oder.....es ist, als befände man sich auf einer Zeitreise in die Vergangenheit ???

Auf jeden Fall ist es unglaublich spannend, die Insel zu erkunden. Immer wieder stehen wir vor Fragen, die nach Antworten suchen.

Beim ersten Landgang in Cienfuegos fallen uns die breiten Boulevards mit wenig Verkehr auf. Alles ist sauber, kein Müll liegt am Strassenrand. Dazu fährt alles, was Räder hat und noch nicht auseinanderbricht. Die alten amerikanischen Schlitten, die bei uns Oldtimer heißen würden und nur zu besonderen Anlässen zur Ausfahrt genutzt werden, bestimmen hier das Strassenbild. Neben Bussen, die bei uns nicht mehr zugelassen wären, fahren alte Lastwagen, Traktoren, Pferdefuhrwerke, Fahrradrikschas, Mopeds, Motorräder mit Beiwagen, Motorradrikschas, Fahrräder und noch vieles mehr. Alles ist alt und mehr oder weniger liebevoll zusammengeflickt.

Jeder der Antiquitäten liebt, muss sich in Cuba verlieben. Die ganze Insel ist ein einziges Museum. In jedem Stück steckt Geschichte. Die alten herrschaftlichen Villen in Cienfuegos erzählen Kolonialgeschichte. Hinter den bröckelnden Fassaden erkennt man die ehemalige Schönheit der Gebäude.

Dabei strotzt die Stadt vor Leben und Musik. Die zahlreichen Bars, Restaurants und Cafes locken mit Live Musik. Neben Salsa und lateinamerikanischer Musik lieben die Kubaner die klassische Musik und es kommt schon einmal vor, dass ein Opernsänger die Zuhörer begeistert.

Wir streifen durch Cienfuegos, gehen auf den Pfaden der Touristen mit dem Fotoapparat im Anschlag. Dann sind wir unterwegs, um unser Leben zu organisieren. Auf der Suche nach frischen Lebensmitteln durchstreifen wir stundenlang die Stadt, bringen unsere Wäsche zur Wäscherei, versuchen unser Visa um einen Monat zu verlängern....ein Programm, das sich mit viel Durchfragen und Anstehen über Tage erstreckt.

Die 2 Währungen, die parallel nebeneinander bestehen, machen das Ganze nicht einfacher. Die einheimische Währung CUP existiert neben der Touristenwährung CUC. 1 CUC sind 24 CUP. 1 CUC sind 0,80 €. Will man nun mit dem öffentlichen Stadtbus fahren, kostet dieser 0,20 CUP. Ja, ihr habt richtig gerechnet, das sind ca. 0,01 €. Hat man die kleine einheimische Währung passend, ist der Busfahrer zufrieden. Gibt man mehr, ist er auch zufrieden. Bei manchen Gelegenheiten, z.B. auf dem Markt, an Strassenständen, in kleinen Läden und Imbissbuden können wir mit CUP bezahlen. Im Normalfall wird von uns CUC verlangt mit vergleichbaren Preisen zum Euro. Ein Unterschied, der manchmal für die gleiche Ware das 20fache ausmacht. Man kann auch Entwicklungshilfe auf unterer Ebene dazu sagen.

Noch haben wir nicht alles verstanden, wissen aber schon vieles. Jeden Tag kommt eine neue Erkenntnis, eine neue Erfahrung dazu. Jeden Tag wird unser "spanisch" ein wenig besser.
Cuba, die größte Insel der Karibik mit viel Geschichte....Fidel Castro und Che Guevara, Hemingway und Benny More.....alten Kolonialstädten und kleinen Dörfern, Bergen und Wasserfällen, Flüssen und Seen, fruchtbaren Böden und bäuerlichen Strukturen.....Hier gibt es viel zu erkunden und obwohl wir unseren Aufenthalt schon um einen zweiten Monat verlängert haben, kratzen wir noch an der Oberfläche dieses Rohdiamanten.

Montag, 19. Februar 2018

Rodeo Ritt nach Cayo Largo/ Cuba

Wer einmal gerne Rodeo reiten möchte, hätte mit uns nach Cuba reisen sollen.
Bei einer Wettervorhersage mit Wind aus Ost und Windstärke 5 bis 6 entscheiden wir uns Anfang Februar von Grand Cayman nach Cuba zu segeln.

Der Ostwind scheint uns passend, um gen Norden zu segeln und genügend Wind brauchen wir auch, um den westsetzenden Strom auszusegeln. Soweit der Plan.
Geworden ist daraus ein Rodeo gegen 3-4 Meter hohe Wellen und bis zu 8 Windstärken. Unsere Murada hat sich tapfer geschlagen, ist über die schräg anlaufenden Wellenberge geritten wie ein bockendes Pferd und hat öfter mal in tiefen Wellentellern geächzt und gestöhnt.
Letztendlich kamen wir wieder einmal schnell und heile an.
Mit dem ersten Licht des Tages segeln wir nach 140sm Seemeilen hinter das Riff nach Cayo Largo. Welch eine Wohltat für die geplagte Mannschaft. Welch ein Reichtum Cubas, vor ihrer Küste solch ein schützendes Riff zu haben.

Hier klarieren wir unkompliziert ein. Alle Offiziellen sind vor Ort und an Bord. Papier wird beschrieben, Pässe, Bootspapiere, Visa geprüft. Der Abgeordnete des Agrarministers untersucht unsere Vorräte und weist uns eindrücklich darauf hin, nichts über Bord zu werfen. Als dann auch noch ein Arzt bei uns Fieber gemessen und unsere Gesundheit festgestellt hat, können wir die gelbe Quarantäneflagge gegen die Gastflagge Cubas austauschen.

Wir schauen uns um und entspannen. Das Blau des Meeres schillert in den schönsten Blautönen. Kleine, grüne Inseln mit Sandstränden und Mangroven liegen verstreut hinter dem wellenbrechenden, schützenden Riffgürtel. Einige Tage baden und schnorcheln wir, befreien unser Schiff und uns von der Salzkruste, machen Spaziergänge am weißen Sandstrand.

Dann zieht es uns weiter. Wir wollen ans Festland; die größte Insel der Karibik anfassen. In vier Tagen kreuzen wir gegen den Wind nach Osten auf, ankern hinter kleinen Inseln, die nur wenig Schutz bieten. Dann haben wir Cienfuegos erreicht.

Die ersten Eindrücke sind überwältigend. Jeder Tag ist spannend und bringt uns Cuba ein Stückchen näher. Es gibt hier unendlich viel zu entdecken....alle Mühe der Anfahrt ist vergessen.

Freitag, 2. Februar 2018

Cayman Islands



Cayman Islands sind ein Trio aus drei Inseln, die mitten im karibischen Meer liegen. Die größte der Inseln ist Grand Cayman mit der Hauptstadt Georgetown.

Entgegen unserer Information von schwierigem Einklarieren mit einer Desinfektion des Schiffes wurden wir hier freundlich begrüßt und von der Port Security durch die flachen Stellen in der Bucht zum Einklarierunssteg gelotst. Dort füllten wir die Papiere aus...kein Offizieller kam an Bord...keine Desinfektion. Die Port Security geleitete uns noch bis zu einer Boje. Das alles kostenlos, welch ein Service.

Uns hatte man eine Taucherboje zugeteilt. Unter uns liegen, klar von oben sichtbar, Korallenblöcke. Beim Abtauchen schwimmen wir durch Schluchten und über Höhlen. Die schon bekannten, bunten, karibischen Fische bevölkern die Riffe. Wir holen unsere Tauchflaschen und den Kompressor aus den Backskisten und tauchen in diese schöne Unterwasserwelt ab.

Eine besondere Attraktion auf Grand Cayman ist das Schwimmen mit Stachelrochen. Die eigentlich, wegen ihres Stachels nicht ganz ungefährlichen Rochen, sollen hier handzahm sein. Im geschützten North Sound, einem durch ein Riff abgetrenntes, ziemlich flaches Gewässer, haben die Fischer früher ihren Fang gereinigt und damit die Rochen angelockt. Unser Interesse ist geweckt. Mit einer Tauchschule fahren wir zu dem besagten Platz und springen über Bord. Angelockt vom mitgebrachten Futter umkreisen uns bald kleine und große Stachelrochen. Sie kommen auf Tuchfühlung, streichen mit ihren Seitenflanken an uns vorbei. Majestätisch schweben sie über den Grund. Wir können uns nicht satt sehen an diesen wunderschönen Tieren. Schon immer haben uns diese flügelschwingenden, großen Meeresbewohner fasziniert, ihnen aber so nahe zu kommen, ist schon ein wunderbares Erlebnis.

Samstag, 27. Januar 2018

Cayman Islands Steuerparadies


Es ist geschafft:

Endlich haben wir unsere Firma auf den Cayman Islands gegründet, dem Steuerparadies. Hier zahlt man keine Steuern!

Insbesondere, wenn man hier kein Geld verdient!!!!!



Dienstag, 23. Januar 2018

Jamaika-Infos

Port Morant
Ein und Ausklarieren möglich, Offizielle kommen von Port Antonio
...große Naturbucht, geschützt aus allen Windrichtungen
...Ankerplatz direkt vor der Coastgard, sicher
...Farmer mit frischen Eiern und frisch geschlachtetem Huhn in der Nachbarschaft
...Essen bei Adelaga, einem Rastafari, Cafe Kalabash, nur nach Voranmeldung, sehr lecker
Essen im Garten, Geschirr selbst mitbringen

Morant Bay, nächste größere Stadt
...guter Markt und Supermärkte
...von Port Morant mit dem Localbus ca.30 min. für 150 J$

120J$ = 1 US$

Kingston
Hauptstadt, Ein und Ausklarierungshafen
...große Naturbucht, geschützt aus allen Windrichtungen, Fallböen aus den Blue Mountains
...Ankerplatz vorm Royal Yacht Club, sicher
...mit dem Bus Nr. 89 nach Downtown oder zum nächsten Kreisel-Supermarkt für 100J$
...in Downtown Marktstände in den Strassen beim Bus Terminal
...von Kingston aus kann man gut in die Blue Mountains fahren
...Yacht-Club-Manager Peter Morris, behilflich und sehr freundlich

Pigeon Island
...schöne, kleine Insel
...als wir dort ankerten laute Beschallung durch Party Ausflugscat

Alligator Riff
...sehr empfehlenswert
...geschützt aus allen Windrichtungen
...ruhiger Ankerplatz, freundliche Fischer, die Lobster anbieten

Black River
...Ankern bei Wind aus Süd nicht ratsam
...Ankerplatz vor dem Ort, bei Coastgard, sicher
...Im Ort Black River guter Markt und Supermärkte
...Fahrt mit dem eigenen Beiboot in den Fluss Black River ( Krokodile, Vögel, Mangroven )
...sehr schönes Hinterland mit Ausflügen möglich ( YS Falls, Appelton Rum, ....)

Negril
...11km langer Sandstrand, gepflegte kleine Hotelanlagen
...Ankerplatz geschützt hinter Riff
...In Negril Supermärkte, lokale Obst und Gemüsestände, Geldautomat, Digicel
...vom Ankerplatz zu Fuß am Strand oder Local Taxi für 120J$

Montego Bay
...Ein- und Ausklarierungshafen
...Ankern vorm Montego Bay Yacht Club, nicht viel Platz zum Ankern
...direkt hinter der Pier der Kreuzfahrtschiffe
...sehr geschützt bei allen Windrichtungen
...vom Yachtclub nach Downtown kein schöner Weg an vierspuriger Strasse ca. 5 km
...in Downtown herrschte, als wir da waren, Ausnahmezustand. Militäreinheiten kontrollierten die
Straßen und Plätze wegen bewaffneter Bandenkriege, kein guter Platz zum Wohlfühlen.
Der Taxifahrer wirft seine einheimischen Fahrgäste aus dem Wagen, um uns für 10 US$
zu Fahren...das gefällt uns nicht, da gehen wir lieber zu Fuß
Der Kreuzfahrt Tourismus hat die Preise und die Menschen verdorben.
...für uns Zeichen zum Aufbruch !

Sonntag, 21. Januar 2018

Jamaika-die touristische Seite



An der Südküste Jamaikas sind wir weit entfernt vom Tourismus. Wir finden grünes, hügeliges Hinterland, vereinzelte Dörfer und kleine Städte, vorgelagerte, schützende Riffs.
Als wir die Südwestseite der Insel erreichen, bietet sich uns ein neues Bild. Hier sind gepflegte Hotel und Appartments direkt ans Meer gebaucht. Die Anlagen sind alle niedrig gehalten und fügen sich geschmackvoll ins Grün.
Wir manövrieren uns vorsichtig hinter das schützende Riff und ankern vor dem kilometerlangen Sandstrand von Negril. Auch hier sind wir die einzigen Langfahrtsegler. Erstaunt begrüßt uns das Security Personal der Hotelanlage, als wir mit unserem Beiboot anlanden. Wie immer kommen wir ins Gespräch und erklären unsere Lage. Und wie überall auf Jamaika sehen wir freundliche Gesichter, aufgeschlossene Menschen. "No problem". Gerne können wir unser Dinghi hier parken, sie haben ein Auge auf uns.
Entspannt erkunden wir Negril, kaufen ein, machen kilometerlange Strandspaziergänge. Hinter den von Zäunen abgegrenzten Hotelanlagen, vorbei am Eingangsportier, finden wir schnell das Jamaika, welches wir suchen. Kostet das Bier am Strand noch 500 Jamaika Dollar, trinken wir es doch lieber für 200 Jamaika Dollar hinter dem Hotelzaun. Dort kommen wir mit den Einheimischen ins Gespräch. Sie interessieren sich für unser Leben, wir uns für ihres. Das gegenseitige Interesse ist geweckt. Erstaunt bin ich immer wieder darüber, dass so viele Jamaikaner nicht schwimmen können. Sie lernen es nicht in der Schule. Hier könnte ich noch vielen Kindern das Schwimmen beibringen. Ja, das wäre eine prima Idee, höre ich immer wieder.
Wenn ich einmal wieder sesshaft werden wollte, hier hätte ich eine Aufgabe.
Aber von sesshaft werden ist nicht die Rede. In den nächsten Tagen segeln wir nach Montego Bay, um dort auszuchecken.
Das neue Ziel "Kuba" lockt und ruft.
Hasta luego!