Sonntag, 25. Februar 2018

Trinidad, Stadt der Schaukelstühle





Das frühe Geräusch des herannahenden Tages ist ein beginnendes Vogelgezwitscher. Mit dem ersten Dämmerlicht stimmen die Hähne in den Chor mit ein. Der Tag erwacht träge. Die ersten Stimmen sind auf der Strasse zu hören. Geklapper von Pferdehufen auf Kopfsteinpflaster hallt durch die Gasse. Noch bin ich zu müde, um aufzustehen. Die Geräusche vermischen sich zu einem geruhsamen Konzert aus Vogelgezwitscher, Krähen der Hähne, Stimmen der Menschen und Hufgeklapper.
Da ertönt ein melodisches "pan pan"...und wieder "pan pan"....
Jetzt hält mich nichts mehr im Bett. Ich schleiche noch müde auf die Veranda, setze mich in den Schaukelstuhl und lasse die Situation auf mich wirken.
Der Brotverkäufer auf seinem Fahrrad mit Anhänger und dem großen Brotkorb fährt weiter. Die Frau von gegenüber fegt vor der Haustür. Der alte Mann von nebenan kommt mit dem Frühstücksbrot in der Hand aus seiner Tür und beginnt ein erstes Schwätzchen. Jetzt klappert ein Pferdefuhrwerk mit Baumaterial vorbei. Der Nachbar von schräg gegenüber tritt aus der Tür und hängt einen Vogelkäfig neben seine Eingangstür. Eine Frau zwei Häuser weiter gesellt sich mit Lockenwicklern auf dem Kopf zu ihren Schwätzchen haltenden Nachbarn. Die Ersten machen sich auf den Weg zur Arbeit. Ein Mann auf einem Fahrrad fährt Zigarre rauchend vorbei. Jetzt klappern immer mehr Pferdefuhrwerke beladen mit Baumaterial, Obst und Gemüse durch die Gasse. Das Leben auf der Strasse nimmt seinen geruhsamen Anfang.
Ich wähne mich auf einer Zeitreise in die Vergangenheit. Wie vor 100 Jahren geht das Leben in Trinidad noch einen gemächlichen Gang. Hier findet das Leben bei offener Tür auf der Strasse statt. Und überall, wirklich überall, ob in der Stube oder auf der Veranda stehen Schaukelstühle. Mir scheint, als würde in Trinidad noch der Schaukelstuhl den Rhythmus des Lebens bestimmen.





Cuba, Cienfuegos,Trinidad Infos





VISA-Verlängerung:
  1. Eine Wertmarke für 25 CUC kaufen. Diese gibt es nur in der BANDEC Bank, geöffnet Mo-Fr 08-15 Uhr, Sa 08-11 Uhr, 22°08'46.94"N 080°27'04.58"W, Avenida 56, zwischen Calle 29 und 31.
  2. VIZA verlängern in der Immigration, 22°08'40.99"N 080°26'14.95"W, Avenida 56, zwischen Calle 59 und 61, Öffnung für die VIZA-Verlängerung nur D 08-17 Uhr und Sa 08-12 Uhr. Mitbringen: Wertmarke von der Bank, Reisepass, Touristenvisum, Bestätigung einer Krankenversicherung und viel Zeit!!!


Geld von der VIZA-Karte in CUC nur am Automaten oder direkt in der Bank in Cienfuegos!

Euro (Bargeld) in CUC oder CUP:
Nähe von der Marine und ohne lange Wartezeiten, CADECA, Avenida 14, Calle 39 in Punta Gorda,
22°07'38.89"N 080°26'58.28"W
1 CUC = 25 CUP
1 CUC = 1 US$
1 CUC = 0,83 €


Restaurants:

Shekinah, Avenida 46 #3908 A e (Hausnummer) , zwischen Calle 39 und 41 Tel: 525479, geöffnet Di-So 12-14 Uhr und 18-22 Uhr

La Casa de Chango, 22°08'15,88"N 080°26'49.38"W, Avenida 38 Ecke Calle 41

Preise der Marina:
Ankerlieger 0,30 CUC pro Fuß und Tag
Hafenlieger (selten möglich) 0,70 oder mehrere Tage 0,68 CUC pro Fuß und Tag
Wasser 5 CUC pro 1 m³
Diesel 1 CUC pro Liter

Wäscherei für Kubaner: mit Glück auch für uns…
Avenida 56, zwischen Calle 41 und 43, 22°08'44.42"N 080°26'44.83"W

Fahrt in die Stadt von der Marine:
Mit dem Bus: 0,20 CUP, man gibt einfach 1 CUP und fährt mit 4-5 Personen! 1 CUP = 0,04€!
Fahrradtaxi ca. 3 CUC
Taxi= Auto ca. 5 CUC
Motorradtaxi ca. 5 CUC

Ausflüge in die Umgebung:
Vor dem Club Nautico neben der Marina steht tagsüber ein Vertreter von YARÉ TAXI Driver, Tel 01-53384318 mobil, 43510560 home, er machte immer Preise die man sofort annehmen konnte, super günstig, vermittelt auch Casa Particularis, super günstig.





Beispiel:
Ausflug nach Trindad von Cienfuegos/Marina: 1. Tag Taxifahrt für 4 Personen: 40 CUC Anreise
Übernachtung im Doppelzimmer mit eigenem Bad pro Nacht 15 CUC, Frühstück pro Person und Tag 5 CUC, 1 Abendessen 8 CUC pro Person mit Wein
  1. Tag Rückreise 40 CUC für 4 Personen

Unterkunft:
Dailin-y-Yadira, Clemente Pereira #114. e/Simón Bolivar y Fidel Claro, 21°48'11.06"N 079°59'19.51"W, http://hostalyadiraydailin.zohosites.com


Sehr gutes Restaurant in Trinidad:
Ochun Yemaya, Piro Guinart (Boca), 151B, 21°48'18.67"N 079°59'18.1"W, geöffnet 11-20 Uhr täglich




Cuba, ein Rohdiamant



Cuba, wie soll man diese Insel beschreiben ? Vielleicht mit:
Sie ist so vielseitig, wie ihre Fortbewegungsmittel ....oder.....es ist, als befände man sich auf einer Zeitreise in die Vergangenheit ???

Auf jeden Fall ist es unglaublich spannend, die Insel zu erkunden. Immer wieder stehen wir vor Fragen, die nach Antworten suchen.

Beim ersten Landgang in Cienfuegos fallen uns die breiten Boulevards mit wenig Verkehr auf. Alles ist sauber, kein Müll liegt am Strassenrand. Dazu fährt alles, was Räder hat und noch nicht auseinanderbricht. Die alten amerikanischen Schlitten, die bei uns Oldtimer heißen würden und nur zu besonderen Anlässen zur Ausfahrt genutzt werden, bestimmen hier das Strassenbild. Neben Bussen, die bei uns nicht mehr zugelassen wären, fahren alte Lastwagen, Traktoren, Pferdefuhrwerke, Fahrradrikschas, Mopeds, Motorräder mit Beiwagen, Motorradrikschas, Fahrräder und noch vieles mehr. Alles ist alt und mehr oder weniger liebevoll zusammengeflickt.

Jeder der Antiquitäten liebt, muss sich in Cuba verlieben. Die ganze Insel ist ein einziges Museum. In jedem Stück steckt Geschichte. Die alten herrschaftlichen Villen in Cienfuegos erzählen Kolonialgeschichte. Hinter den bröckelnden Fassaden erkennt man die ehemalige Schönheit der Gebäude.

Dabei strotzt die Stadt vor Leben und Musik. Die zahlreichen Bars, Restaurants und Cafes locken mit Live Musik. Neben Salsa und lateinamerikanischer Musik lieben die Kubaner die klassische Musik und es kommt schon einmal vor, dass ein Opernsänger die Zuhörer begeistert.

Wir streifen durch Cienfuegos, gehen auf den Pfaden der Touristen mit dem Fotoapparat im Anschlag. Dann sind wir unterwegs, um unser Leben zu organisieren. Auf der Suche nach frischen Lebensmitteln durchstreifen wir stundenlang die Stadt, bringen unsere Wäsche zur Wäscherei, versuchen unser Visa um einen Monat zu verlängern....ein Programm, das sich mit viel Durchfragen und Anstehen über Tage erstreckt.

Die 2 Währungen, die parallel nebeneinander bestehen, machen das Ganze nicht einfacher. Die einheimische Währung CUP existiert neben der Touristenwährung CUC. 1 CUC sind 24 CUP. 1 CUC sind 0,80 €. Will man nun mit dem öffentlichen Stadtbus fahren, kostet dieser 0,20 CUP. Ja, ihr habt richtig gerechnet, das sind ca. 0,01 €. Hat man die kleine einheimische Währung passend, ist der Busfahrer zufrieden. Gibt man mehr, ist er auch zufrieden. Bei manchen Gelegenheiten, z.B. auf dem Markt, an Strassenständen, in kleinen Läden und Imbissbuden können wir mit CUP bezahlen. Im Normalfall wird von uns CUC verlangt mit vergleichbaren Preisen zum Euro. Ein Unterschied, der manchmal für die gleiche Ware das 20fache ausmacht. Man kann auch Entwicklungshilfe auf unterer Ebene dazu sagen.

Noch haben wir nicht alles verstanden, wissen aber schon vieles. Jeden Tag kommt eine neue Erkenntnis, eine neue Erfahrung dazu. Jeden Tag wird unser "spanisch" ein wenig besser.
Cuba, die größte Insel der Karibik mit viel Geschichte....Fidel Castro und Che Guevara, Hemingway und Benny More.....alten Kolonialstädten und kleinen Dörfern, Bergen und Wasserfällen, Flüssen und Seen, fruchtbaren Böden und bäuerlichen Strukturen.....Hier gibt es viel zu erkunden und obwohl wir unseren Aufenthalt schon um einen zweiten Monat verlängert haben, kratzen wir noch an der Oberfläche dieses Rohdiamanten.

Montag, 19. Februar 2018

Rodeo Ritt nach Cayo Largo/ Cuba

Wer einmal gerne Rodeo reiten möchte, hätte mit uns nach Cuba reisen sollen.
Bei einer Wettervorhersage mit Wind aus Ost und Windstärke 5 bis 6 entscheiden wir uns Anfang Februar von Grand Cayman nach Cuba zu segeln.

Der Ostwind scheint uns passend, um gen Norden zu segeln und genügend Wind brauchen wir auch, um den westsetzenden Strom auszusegeln. Soweit der Plan.
Geworden ist daraus ein Rodeo gegen 3-4 Meter hohe Wellen und bis zu 8 Windstärken. Unsere Murada hat sich tapfer geschlagen, ist über die schräg anlaufenden Wellenberge geritten wie ein bockendes Pferd und hat öfter mal in tiefen Wellentellern geächzt und gestöhnt.
Letztendlich kamen wir wieder einmal schnell und heile an.
Mit dem ersten Licht des Tages segeln wir nach 140sm Seemeilen hinter das Riff nach Cayo Largo. Welch eine Wohltat für die geplagte Mannschaft. Welch ein Reichtum Cubas, vor ihrer Küste solch ein schützendes Riff zu haben.

Hier klarieren wir unkompliziert ein. Alle Offiziellen sind vor Ort und an Bord. Papier wird beschrieben, Pässe, Bootspapiere, Visa geprüft. Der Abgeordnete des Agrarministers untersucht unsere Vorräte und weist uns eindrücklich darauf hin, nichts über Bord zu werfen. Als dann auch noch ein Arzt bei uns Fieber gemessen und unsere Gesundheit festgestellt hat, können wir die gelbe Quarantäneflagge gegen die Gastflagge Cubas austauschen.

Wir schauen uns um und entspannen. Das Blau des Meeres schillert in den schönsten Blautönen. Kleine, grüne Inseln mit Sandstränden und Mangroven liegen verstreut hinter dem wellenbrechenden, schützenden Riffgürtel. Einige Tage baden und schnorcheln wir, befreien unser Schiff und uns von der Salzkruste, machen Spaziergänge am weißen Sandstrand.

Dann zieht es uns weiter. Wir wollen ans Festland; die größte Insel der Karibik anfassen. In vier Tagen kreuzen wir gegen den Wind nach Osten auf, ankern hinter kleinen Inseln, die nur wenig Schutz bieten. Dann haben wir Cienfuegos erreicht.

Die ersten Eindrücke sind überwältigend. Jeder Tag ist spannend und bringt uns Cuba ein Stückchen näher. Es gibt hier unendlich viel zu entdecken....alle Mühe der Anfahrt ist vergessen.

Freitag, 2. Februar 2018

Cayman Islands



Cayman Islands sind ein Trio aus drei Inseln, die mitten im karibischen Meer liegen. Die größte der Inseln ist Grand Cayman mit der Hauptstadt Georgetown.

Entgegen unserer Information von schwierigem Einklarieren mit einer Desinfektion des Schiffes wurden wir hier freundlich begrüßt und von der Port Security durch die flachen Stellen in der Bucht zum Einklarierunssteg gelotst. Dort füllten wir die Papiere aus...kein Offizieller kam an Bord...keine Desinfektion. Die Port Security geleitete uns noch bis zu einer Boje. Das alles kostenlos, welch ein Service.

Uns hatte man eine Taucherboje zugeteilt. Unter uns liegen, klar von oben sichtbar, Korallenblöcke. Beim Abtauchen schwimmen wir durch Schluchten und über Höhlen. Die schon bekannten, bunten, karibischen Fische bevölkern die Riffe. Wir holen unsere Tauchflaschen und den Kompressor aus den Backskisten und tauchen in diese schöne Unterwasserwelt ab.

Eine besondere Attraktion auf Grand Cayman ist das Schwimmen mit Stachelrochen. Die eigentlich, wegen ihres Stachels nicht ganz ungefährlichen Rochen, sollen hier handzahm sein. Im geschützten North Sound, einem durch ein Riff abgetrenntes, ziemlich flaches Gewässer, haben die Fischer früher ihren Fang gereinigt und damit die Rochen angelockt. Unser Interesse ist geweckt. Mit einer Tauchschule fahren wir zu dem besagten Platz und springen über Bord. Angelockt vom mitgebrachten Futter umkreisen uns bald kleine und große Stachelrochen. Sie kommen auf Tuchfühlung, streichen mit ihren Seitenflanken an uns vorbei. Majestätisch schweben sie über den Grund. Wir können uns nicht satt sehen an diesen wunderschönen Tieren. Schon immer haben uns diese flügelschwingenden, großen Meeresbewohner fasziniert, ihnen aber so nahe zu kommen, ist schon ein wunderbares Erlebnis.