Sonntag, 25. Februar 2018

Cuba, ein Rohdiamant



Cuba, wie soll man diese Insel beschreiben ? Vielleicht mit:
Sie ist so vielseitig, wie ihre Fortbewegungsmittel ....oder.....es ist, als befände man sich auf einer Zeitreise in die Vergangenheit ???

Auf jeden Fall ist es unglaublich spannend, die Insel zu erkunden. Immer wieder stehen wir vor Fragen, die nach Antworten suchen.

Beim ersten Landgang in Cienfuegos fallen uns die breiten Boulevards mit wenig Verkehr auf. Alles ist sauber, kein Müll liegt am Strassenrand. Dazu fährt alles, was Räder hat und noch nicht auseinanderbricht. Die alten amerikanischen Schlitten, die bei uns Oldtimer heißen würden und nur zu besonderen Anlässen zur Ausfahrt genutzt werden, bestimmen hier das Strassenbild. Neben Bussen, die bei uns nicht mehr zugelassen wären, fahren alte Lastwagen, Traktoren, Pferdefuhrwerke, Fahrradrikschas, Mopeds, Motorräder mit Beiwagen, Motorradrikschas, Fahrräder und noch vieles mehr. Alles ist alt und mehr oder weniger liebevoll zusammengeflickt.

Jeder der Antiquitäten liebt, muss sich in Cuba verlieben. Die ganze Insel ist ein einziges Museum. In jedem Stück steckt Geschichte. Die alten herrschaftlichen Villen in Cienfuegos erzählen Kolonialgeschichte. Hinter den bröckelnden Fassaden erkennt man die ehemalige Schönheit der Gebäude.

Dabei strotzt die Stadt vor Leben und Musik. Die zahlreichen Bars, Restaurants und Cafes locken mit Live Musik. Neben Salsa und lateinamerikanischer Musik lieben die Kubaner die klassische Musik und es kommt schon einmal vor, dass ein Opernsänger die Zuhörer begeistert.

Wir streifen durch Cienfuegos, gehen auf den Pfaden der Touristen mit dem Fotoapparat im Anschlag. Dann sind wir unterwegs, um unser Leben zu organisieren. Auf der Suche nach frischen Lebensmitteln durchstreifen wir stundenlang die Stadt, bringen unsere Wäsche zur Wäscherei, versuchen unser Visa um einen Monat zu verlängern....ein Programm, das sich mit viel Durchfragen und Anstehen über Tage erstreckt.

Die 2 Währungen, die parallel nebeneinander bestehen, machen das Ganze nicht einfacher. Die einheimische Währung CUP existiert neben der Touristenwährung CUC. 1 CUC sind 24 CUP. 1 CUC sind 0,80 €. Will man nun mit dem öffentlichen Stadtbus fahren, kostet dieser 0,20 CUP. Ja, ihr habt richtig gerechnet, das sind ca. 0,01 €. Hat man die kleine einheimische Währung passend, ist der Busfahrer zufrieden. Gibt man mehr, ist er auch zufrieden. Bei manchen Gelegenheiten, z.B. auf dem Markt, an Strassenständen, in kleinen Läden und Imbissbuden können wir mit CUP bezahlen. Im Normalfall wird von uns CUC verlangt mit vergleichbaren Preisen zum Euro. Ein Unterschied, der manchmal für die gleiche Ware das 20fache ausmacht. Man kann auch Entwicklungshilfe auf unterer Ebene dazu sagen.

Noch haben wir nicht alles verstanden, wissen aber schon vieles. Jeden Tag kommt eine neue Erkenntnis, eine neue Erfahrung dazu. Jeden Tag wird unser "spanisch" ein wenig besser.
Cuba, die größte Insel der Karibik mit viel Geschichte....Fidel Castro und Che Guevara, Hemingway und Benny More.....alten Kolonialstädten und kleinen Dörfern, Bergen und Wasserfällen, Flüssen und Seen, fruchtbaren Böden und bäuerlichen Strukturen.....Hier gibt es viel zu erkunden und obwohl wir unseren Aufenthalt schon um einen zweiten Monat verlängert haben, kratzen wir noch an der Oberfläche dieses Rohdiamanten.