Samstag, 14. April 2018

Belize...eine meerblaue Überraschung





mehr "blau" geht nicht ! Was von uns nur als Rückweg zum Sommerlager in Guatemala gedacht war, entpuppt sich zu einem echten Highlight.

Belize, das kleinste Land Zentralamerikas mit seiner langen Küste und dem vorgelagerten Great Barrier Riff erlaubt Segeln vom Feinsten. Sehr viele kleine Inseln liegen zwischen dem Festland und dem Außenriff. Es gibt nur wenige Durchlässe. Wir segeln von Kuba kommend in die Einfahrt von San Pedro. Nach dem Einklarieren geht es in gemütlichen Etappen Richtung Süden. Erst einmal hinter dem Riff erwartet uns ruhiges Wasser. Bei konstantem Ostwind gleitet unsere Murada leise rauschend dahin. Die Farbe des Wassers changiert von türkis über hellblau bis smaragdgrün. Die Tiefe beträgt manchmal nur wenige Meter und wir können den Meeresboden erkennen. Den Kurs müssen wir gut berechnen, um nicht auf Grund zu laufen. Wenn wir eine der kleinen Inseln ansteuern oder uns zwischen den Inseln unseren Weg suchen, halten wir gut Ausguck, um uns von Korallenstöcken, die manchmal bis knapp unter die Meeresoberfläche wachsen, frei zu halten. Und es kommt vor, dass ein vermeintlicher Stein in majestätischen, schwingenden Bewegungen davon gleitet. Wenn auch das Segeln vor Belizes Küste nicht einfach ist, gutes Kartenmaterial und umsichtige Navigation Voraussetzung sind, so werden wir doch tausendfach belohnt.

Angekommen springen wir ins Wasser, tauchen zum Anker und erkunden den neuen Liegeplatz. Da kommt es schon einmal vor, dass eine Seekuh gemächlich ihres Weges zieht. Mit ihrer gewaltigen Schwanzflosse bewegt sich das gewichtige Tier scheinbar mühelos durchs Wasser. Wir fahren mit dem Beiboot an die Riffkante. Dort im seichten Wasser finden wir die intaktesten Korallen unserer bisherigen Reise. Lilafarbene, filigrane Fächerkorallen lassen sich vom Wasser seicht hin und her wiegen. Große Röhrenkorallen stehen verwurzelt am Grund und strecken ihre langen Arme leicht wiegend dem Licht entgegen. Stein- , Hirn- und Geweihkorallen, Röhren-, Vasen- und Becherschwämme bilden kunstvolle Korallenstöcke. Es scheint, als hätte die Natur einen wunderschönen Unterwassergarten angelegt. Wir schauen von oben auf diese eigene Welt und staunen. Zwischen und um die Korallen schwimmen Rifffische in den herrlichsten Formen und Farben, verstecken sich im Labyrinth der Zwischenräume. Ein Schwarm Doktorfische zieht an uns vorbei. Ein gepunkteter Adlerrochen fliegt mit ruhigen, kraftvollen und schwingenden Bewegungen durchs Wasser. Am Außenriff begegnet uns ein Riffhai, der zu unserer Erleichterung unbeirrt weiterzieht. Ab und zu tauchen wir zum Grund, schauen unter das Höhlensystem eines Korallenblocks. Dort wohnen Lobster, Einsiedlerkrebse, Kofferfische und manchmal schläft dort ein Ammenhai. Erstaunlicherweise sind hier nur einige wenige Segler unterwegs und auch Charterschiffe sehen wir kaum. Oft haben wir eine kleine Insel für uns alleine, die Ruhe ist unbeschreiblich, mitten in der Natur zu liegen beglückend.

Vor Belizes Riff liegen drei von vier Atollen in der Karibik. Auf einem der Atolle, dem Lighthouse Reef, liegt das weltberühmte "Blue Hole". Das "Blue Hole", eine tiefblaue Pupille mit einem aquamarinblauen Rand, umgeben von den helleren Farbtönen des Riffs, ist Weltnaturerbe. Das im Zentrum tiefblaue Loch bildet einen perfekten Kreis von 304m Durchmesser an der Oberfläche. Es soll ca. 120m tief sein. Auf 40m Tiefe eröffnet sich eine Galerie an einer Felswand an der sich vor dem Absinken des Meeresspiegels eine Kalksteinformation aus bis zu 8m hohen Stalaktiten und Stalagmiten gebildet hat. Alfons hat dieses Naturwunder während eines geführten Tauchausflugs besucht.

Auch an Land hat Belize viel zu bieten. Es ist dünn besiedelt. Die Menschen leben mit vielen Kulturen friedlich zusammen. Die Amtssprache in Belize ist englisch. Die Versorgungslage ist gut, die Märkte begeistern mit frischem Obst und Gemüse. Im Landesinneren locken die antiken Stätte der Mayas, tropischer Regenwald, Nationalparks und Naturreservate mit einer Vielzahl an Tieren und Pflanzen. Das alles wollen wir in unserer nächsten Karibiksaison ausgiebig bereisen.

Vorerst ist unser Erlebnisspeicher gut gefüllt mit all den Eindrücken dieser Saison. Gestartet von den ABC Inseln Aruba, Bonaire und Curacao besuchten wir die fröhliche und entspannte Insel Jamaika, die kleine aber reiche Insel Grand Cayman, machten uns auf der größten Insel der Karibik in Kuba auf eine Reise in die Vergangenheit und erleben nun Natur pur in Belize. Reich beschenkt, zufrieden und glücklich blicken wir auf eine spannende Saison zurück.

In den nächsten Tagen segeln wir unser vorerst letztes Stück und werden nochmals das Land wechseln. Unser Ziel ist die RAM-Marina im Rio Dulce, einem Fluss im Regenwald Guatemalas. Mitte April ist Neumond und der Wasserstand während der Springtide am Höchsten. Dann werden wir hoffentlich ohne Grundberührung über die Barre in der Einfahrt motoren können.
Dort ist dann Schluss mit lustig. Bei den im Regenwald vorherrschenden 38 Grad Hitze und 80-90 %Luftfeuchtigkeit werden wir wohl ein wenig ins Schwitzen kommen, wenn wir unsere Murada für ihren Landaufenthalt fertig machen. Es kann also durchaus sein, dass wir uns auf die kühle Heimat freuen. Solong