Mittwoch, 22. Juni 2016

Barbados-Trinidad 12/2015-06/2016


Sprung zurück



...nach zwei Jahren Leben mit Wind und Sonne.....der Sprung zurück in die Zivilisation...



Auf unserem Rückweg in die Heimat fliegen wir zuerst mit Caraibes Airlines von Trinidad nach Tobago. Von dort geht es mit einem Zwischenstopp auf Barbados mit Condor nach Frankfurt.



Aber von Anfang an. Die beiden karibischen Inseln Trinidad und Tobago gehören zusammen und es verkehrt ein preiswerter Fähr- und Flugverkehr. Da man uns schon erzählte, dass die Fluglinie mit den kleinen karibischen Inselfliegern nicht so ganz planmäßig verkehrt, wollen wir rechtzeitig beim Airport Trinidad sein. Ein netter Hafenarbeiter hat seine Fahrdienste zum Flughafen angeboten. Wir verabschieden uns also von unseren inzwischen liebgewonnenen Segelfreunden, werfen unserer Murada eine letzte Kusshand zu und steigen in unser "Taxi" zum Flughafen.

Der Wagen des Hafenarbeiters ist von außen weiß angemalt und von innen zusammengeklebt. Na gut, denken wir, unser Fahrer kann das Taxigeld wirklich gut gebrauchen. Nur, dass er dann mit seiner "Seifenkiste" fährt wie ein Rennfahrer, lässt uns die Schweißperlen auf der Stirn reichlich fließen. Obwohl  wir ihm mehrmals versichern, dass wir sehr rechtzeitig unterwegs sind überholt er abenteuerlich und liebt das Gaspedal. Zu unserem Leidwesen beginnt es auch noch ausgiebig zu schütten, ein karibischer Regenguss. Nun werden von unserem Fahrer die Fenster geschlossen....auch die hinteren! Nicht mit einer Automatik, weit gefehlt, oder mit einer Kurbel, gibt es nicht mehr.....sondern mit einem fachmännischen schiebenden Griff in die Scheibe. So, Scheiben zu.....alles beschlägt!!!!! Langsam fahren, Aquaplaning???? Weit gefehlt!  Wie war das mit den Reifen? Profil? Weiter mit Gas im Anschlag schlittern wir mehr als wir fahren. Alfons und ich sind ganz still geworden, halten nur noch die Luft an und danken unserem Schutzengel, als wir doch tatsächlich heile und unversehrt am Flughafen ankommen.

Dort können wir glatt zwei Maschinen vorher mitfliegen als geplant. Beim kleinen Fußweg zu unserem Flieger beobachte ich, mit welch elegantem Schwung die Koffer in den Laderaum befördert werden. Alfons Seesack liegt gleich oben auf und mein kleiner Reisekoffer ist sehr robust und hat auf seinen kleinen Rollen schon eine Wanderung durch Paris überstanden. Da wird ihm so ein kleiner Schmiss auch nichts ausmachen, denke ich. Soll auch ganz anders kommen.

Mein kleiner Koffer kommt nämlich gar nicht mit. Au weia. Es waren mein Laptop, eine Festplatte mit unseren Bildern und wichtige Papiere im Koffer. Ja, ihr habt ja recht. Wichtige Dinge sollte man im Handgepäck transportieren. Echter Fehler von mir!

Wir fragen nach. Kein Problem. Wir sollen einfach auf den nächsten Flieger warten. Dann kommt der Koffer bestimmt mit. Die Inselflieger verkehren stündlich......mehr oder weniger.....eine genaue Zeit gibt es nicht. Hier drinnen warten im klimatisierten Raum geht nicht, ist verboten. Also raus vor die Tür. Wir reden uns ein, ein letztes mal die heiße Luft zu genießen. Wer weiß, ob in Deutschland der Sommer kommt. Der nächste Flieger landet.....ohne unseren Koffer. Kein Problem......der Koffer ist bestimmt beim nächsten mal dabei. Man versichert uns, dass hier öfter mal ein Gepäckstück nicht passend mitkommt. Es wird in Trinidad angerufen und unsere Koffernummer durchgegeben. Wieder in die Wärme, wieder warten....inzwischen freunden wir uns mit den wartenden Taxifahrern an. Das nächste Flugzeug.....Koffer nicht dabei. Langsam werden wir unruhig und verweisen auf unseren Weiterflug nach Frankfurt. Der Jumbo von Condor ist bereits gelandet und wird für den Abflug vorbereitet. Auf den vierten Inselflieger aus Trinidad können wir nicht mehr warten. Unsere Daten werden aufgenommen. Wir checken ein und schreiben den Koffer eigentlich schon ab.

Bei unserer Zwischenlandung auf Barbados erreicht uns dann eine mail, dass unser Gepäckstück gefunden wurde. Die Kennzeichnung war abgerissen, welch Wunder! Aber so können wir doch noch entspannt unseren Transatlantikflug nach Frankfurt antreten.



In Frankfurt angekommen......welche Ordnung, welche Organisation, welche Perfektion....hier gibt es einen extra Schalter für verloren gegangene Koffer......wauo.....die Zivilisation hat uns wieder.....in diesem Fall freuen wir uns darüber.





Dienstag, 7. Juni 2016

Schluss mit lustig!





Wir sind wohlbehalten in Trinidad angekommen und es ist heiß. Bei 36 Grad im Schatten und bis zu 80% Luftfeuchtigkeit fließt der Schweiß auch ohne Bewegung. In kurzer Zeit sind  T-Shirts und Shorts durchgeschwitzt. Die immerwährende kurze Abkühlung unterm Wasserschlauch hält nicht lange vor.  Noch liegt unsere Murada im Wasser am Steg der Peake Marina im Industriegebiet von Chaguaramas. Das ölige, schmutzige Hafenwasser ist wenig einladend.  In einigen Tagen stellen wir das Schiff an Land, dann wird es an Bord noch ein paar Grad wärmer. In öffentlichen Gebäuden laufen hier überall die Klimaanlagen. Die 20 Grad kommen uns vor, als befänden wir uns im Kühlschrank.  

Unsere to do Liste ist lang.  Es ist viel zu Berücksichtigen, damit wir unser Schiff nach einem längeren Deutschlandaufenthalt wohlbehalten und nicht verschimmelt oder mit Ungeziefer besiedelt vorfinden. Unsere Murada muss sturm- und wasserfest verpackt werden.

Es geht uns wie vielen anderen Seglern, die Trinidad für die Zeit der Hurrikans ausgewählt haben oder wie wir für eine kürzere oder längere Zeit in die Heimat fliegen. Es wird gewerkelt und gearbeitet. Manch guter Tipp und Ratschlag wird untereinander weitergereicht.



Die schönste Tageszeit ist der Abend, wenn die Sonne untergegangen ist. Dann sitzt man mit den anderen Seglern zur Entspannung noch ein Weilchen zusammen. Bei Rumpunsch und Bier drehen sich die Gespräche über familiäres und weltbewegendes, über erreichte und kommende Ziele. Es gibt noch so viel zu Entdecken und Erkunden. Was alle eint, ist die Gewissheit, etwas Einzigartiges und Großartiges erlebt zu haben und noch weiter erleben zu wollen.



Deshalb ist hier jetzt Schluss, die Arbeit ruft, was mutt das mutt, wie die Nordlichter sagen würden. Von nichts kommt nichts und schließlich wollen wir in knapp 2 Wochen entspannt nach Hause fliegen können.



Wir freuen uns schon auf den Sprung in den Kühlschrank und grüßen euch ganz herzlich.