Dienstag, 28. Februar 2017

In eigener Sache ...

das Leben wird doch nicht langweilig.....
.......in Erwartung einer spannenden Zeit in Deutschland.....
.....der Abflug ist in Planung...

aber von Anfang an: Da wir zur Zeit an Bord unserer Murada leben, haben wir unsere Wohnung (Haus, untere Etage) vermietet. 

Unsere jetzigen Mieter haben angekündigt, zum 1.8.2017 zu kündigen. Gerne hätten wir sie weiterhin als Mieter behalten, verstehen aber vollkommen, dass sie jetzt mit zwei Kindern mehr Platz brauchen und sich ein eigenes Haus gekauft haben. Unsere guten Wünsche werden sie begleiten.

Um einen neuen Mieter zu suchen, werden Alfons und ich Mitte bis Ende Mai nach Deutschland fliegen und den Sommer größtenteils in Cuxhaven verbringen. Wir freuen uns jetzt schon darauf, Familie und Freunde wieder zu treffen.

Sonntag, 19. Februar 2017

St. Barts.......fein und edel

Waren wir doch sicher, in Antigua bei den Reichen und Schönen angekommen zu sein, werden wir auf St. Barts eines Besseren belehrt. 

St. Barts oder St. Barthelemy, eine der kleineren Inseln südöstlich von St. Martin scheint vom Trubel des Massentourismus verschont, hier ist es fein und edel. "En vogue" wurde die Insel, als die "Rockefellers", "Fords" und "Rothschilds" die Insel für sich entdeckten und Stars und Sternchen anzogen. So entdecken wir unter anderem eine 163m lange Motoryacht eines russischen Großindustriellen. Auffällig ist, dass alle Luxusyachten, die hier zahlreich vor Anker liegen, in sogenannten "Steueroasen" beheimatet sind. 

Im zwei Minuten Takt  starten und landen Inselflieger und Privatjets auf dem kleinen Inselflughafen, um die gut betuchten Gäste und deren Crews abzuliefern. Die Promenade des schmucken Ortes Gustavia trägt Prada. Wir schlendern durch die aufgeräumten Gassen, freuen uns an manch schöner Auslage (natürlich ohne Preisangabe) und stellen fest, dass diese Art von Luxus uns inzwischen ziemlich kalt lässt. 

Wir wissen immer mehr unseren eigenen Luxus zu schätzen. Den Luxus, der darin besteht.......autark leben zu können.....fernab von Autoverkehr und Hektik ......auf dem Wasser ......mitten in der Natur......in einsamen Buchten......jeden Tag neu bestimmen zu können......Zeit zu haben......und ehrlich unsere Steuern zu zahlen. 

So segeln wir nach einigen Tagen weiter in die kleine Bucht von Ile Fourchue, einer Insel, die nur auf dem Wasserweg erreichbar ist und genießen unsere Art von Luxus. Wir springen ins Wasser, schnorcheln mit Schildkröten, spazieren über die Insel und sitzen
 am Abend mit Britta und Jens bei gutem Essen und Trinken an Bord zusammen.







Donnerstag, 16. Februar 2017

Die leidvolle Geschichte der karibischen Inseln


Bei all dem Schönen, von dem ich berichte, scheint mir die leidvolle Geschichte der Inseln doch einmal erwähnenswert.

Im Jahr 1492 eroberte Christoph Kolumbus viele der karibischen Inseln und nannte die Ureinwohner "Indios", da er dachte Indien entdeckt zu haben. In der folgenden Zeit kämpften die Kolonialmächte England, Frankreich und Holland erbittert um die Inseln. Dabei wechselten diese mehrmals ihre Besitzer. Heute sind die meisten Inseln unabhängig, aber in 25 Inselstaaten zerrissen. 
Die harmlosen, friedliebenden Ureinwohner wurden in Folge der Eroberungen komplett ausgerottet. Große Schätze konnten die Eroberer nicht finden, aber das Land war fruchtbar.
So bauten die Kolonialherren Zuckerrohr an. Für die schwere Feldarbeit wurden Sklaven aus Westafrika geholt. Angekettet im Bauch der Schiffe und geschwächt von der langen Überfahrt wurden diese wie Vieh auf dem Sklavenmarkt verkauft. Viele starben schon im ersten Jahr ihrer Ankunft an der körperlich schweren Arbeit und an vorher nicht gekannten Krankheiten.
Bewundernswert ist es, dass die Nachfahren der ehemaligen Sklaven heute glücklich auf ihren Inseln leben. Sie sind stolz und gastfreundlich. Sie heißen uns Weiße, trotz der leidvollen Geschichte, willkommen. Sie sind hilfsbereit und freundlich und haben sich ihre afrikanischen Wurzeln bewahrt. Es scheint, als führten sie so das Erbe der Ureinwohner fort.





Dienstag, 14. Februar 2017

St.Kitts, in der Hand der Kreuzfahrtschiffe

St. Kitts ist die Insel der Kreuzfahrer. Hier liegen täglich bis zu 5 Kreuzfahrtschiffe an der Pier. Eigentlich ein Grund für uns, diese Insel zu meiden. Aber einen kurzen Eindruck wollen wir uns doch verschaffen und außerdem müssen wir in Basseterre auschecken, um zur nächsten Insel segeln zu können.

Also lassen wir unseren Anker gleich neben den schwimmenden Riesen ins Hafenwasser plumpsen und machen uns auf den Weg zu Custom und Immigration. Wir finden eine mürrische Dame im Kreuzfahrtterminal, die alle Hände voll zu tun hat, die vielen Pässe der Tagesgäste zu stempeln. Notgedrungen fertigt sie uns zwischendurch auch noch ab. 

Wir staunen nicht schlecht. Hier hat man für die Kreuzfahrtschiffe eine komplette Einkaufsmeile gebaut; sage und schreibe 10 Juweliere warten auf zahlungswillige Kundschaft.  Begleitet von Steelbandmusik und umworben von Taxifahrern werden die Kreuzfahrtgäste hier freudig empfangen.

Mit Zeit und Landeskenntnis ist unser Weg ein anderer und wir machen uns auf die Suche nach dem Busbahnhof, um die Insel zu erkunden. Der Busfahrer erzählt uns, dass St. Kitts bis 2005 vom Erlös der Zuckerrohrplantagen leben konnte  und seitdem auf Tourismus setzt. Mit sehr viel Erfolg, wie uns scheint. Ein Kleinbus nach dem anderen, vollgepackt mit Kreuzfahrtgästen, überholt uns auf unserem Weg zur Brimstone Hill Fortress, eine der mächtigsten Festungsanlagen der Kleinen Antillen.

Es erwartet uns eine umfassend restaurierte Wehranlage, die 1999 mit dem dazugehörigen Nationalpark zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt wurde. 







Sonntag, 12. Februar 2017

"Praise the Lord" auf Nevis

Die Missionare haben auf Nevis ganze Arbeit geleistet. An jeder Ecke findet man eine Kirche. Es sind meist schlichte Häuser, massiv gebaut. Der Pomp und Prunk unserer Kirchen fehlt hier vollends. Im Kircheninneren steht ein einfacher Altar; dahinter befindet sich eine große Leinwand. Was mich fasziniert ist ein komplettes Schlagzeug, rechts des Altars.

Mein Interesse ist geweckt. Außerdem habe ich allen Grund, mich einmal ganz oben zu bedanken. Am kommenden Sonntag machen sich Britta und ich auf den Weg. Unsere Männer haben ganz wichtige Dinge am Schiff zu erledigen.

Möglichst unauffällig drücken sich Britta und ich auf die hintersten Stühle und schon geht es los. Es wird gesungen und geklatscht, der einfache Text auf der großen Leinwand hinter dem Alter, ähnlich unserem Karaoke, angezeigt. Schwungvoll unterstützt wird die Gemeinde von Schlagzeug, Keybord und Gitarre. Wir lassen uns anstecken, singen und swingen bald mit. 

Die zahlreich erschienenen Gemeindemitglieder sind tüchtig herausgeputzt. Die Herren im Anzug, die Damen im Kostüm mit Hut. Und dass wir unbeachtet bleiben würden...weit gefehlt. Die beiden Neuzugänge werden begrüßt und bald befinden wir uns lachend und tanzend mitten unter freundlichen Gesichtern. 

Die Geburtstagskinder des Monats Februar werden nach vorne gebeten und während das Geburtstagslied geschmettert wird, werden sie von den Gemeindemitgliedern gedrückt und umarmt. Hier bleibt keiner alleine, die Gemeinde ist eine große Familie und wir als Gäste werden herzlich mit einbezogen. 

Ja, so macht das Danksagen Freude und beschwingt kehren wir zu unseren Männern zurück.

Donnerstag, 9. Februar 2017

Nevis, ein Juwel



Nevis, die kleine Insel südlich St. Kitts wird leicht übersehen und seltener besucht als ihre große Schwester St. Kitts. Dabei hat sie einen ganz besonderen Charme.
Nevis ist rund und die mit üppigem grün bewachsenen Hänge führen zum Nevis Peak, einem 985m hohen nicht mehr aktiven Schichtvulkan.
Die Insel wirkt im ersten Moment auf uns für karibische Verhältnisse sehr gepflegt; eine Straße führt einmal um den Berg, kleine Häuser, liebevoll angemalt in Pastelltönen säumen die Küstenstraße.
Der öffentliche Busverkehr führt von der Inselhauptstadt Charlestown einmal rechts und einmal links um die Insel. Auf der Inselrückseite ist ein ca. 2km langes Straßenstück vom Busverkehr ausgenommen.
Wir machen gemeinsam mit der Crew von SY Lili, Britta und Jens, mit Bus und zu Fuß eine Inselerkundung.
Wir finden edle Ressorts in malerischer Umgebung. Die ehemaligen Zuckerrohrplantagen aus der Kolonialzeit mit ihren herrschaftlichen Häuser sind heute zu Hotels der Luxusklasse umgebaut. Umgeben von wunderschönen Gärten lässt es sich hier edel und teuer leben. Im Golden Rock, einem wunderschön restaurierten Hotel kommen wir mit dem Schweizer Manager und seiner deutschen Frau ins Gespräch, die uns unseren ersten Eindruck bestätigen. Hier machen hauptsächlich reiche Engländer und Amerikaner gesetzteren Alters Urlaub. Bei Hotelpreisen pro Nacht für ein Doppelzimmer von 300-500US Dollar wahrlich nichts für jedermann.
Wir gönnen uns in diesem edlen Ambiente einen Lunch und sind uns wieder einmal sehr bewußt, welche einzigartige Möglichkeit sich uns durch die Segelei eröffnet. 















Montag, 6. Februar 2017

Barbuda


Barbuda ist schon eine ganz besondere Insel. Sie ist ziemlich flach, die höchste Erhebung misst gerade 125 feet above the sea, das sind ca. 40m Höhe und besteht überwiegend aus Sand. Die Küsten sind gespickt mit Untiefen, in Form von Sandbänken, Steinen und Korallenriffen. Bei jedem Hurrikan wird ein wenig mehr vom Land abgetragen, so dass der schmale Sandstreifen, der die Lagune von Codrington vom Atlantik trennt, vielleicht schon in ein paar Jahren der Vergangenheit angehören wird.

Codrington, der einzige Inselort strahlt eine entspannte Ruhe aus. Kleine bunte Häuschen umgeben von Gartenland ähneln unseren Schrebergärten, nur weniger aufgeräumt. An den breiten Straßen und Schotterwegen sitzen die Menschen im Schatten und unterhalten sich lachend. Es gibt zwei Tante Emma Läden, einen Laden für alles - vom Stuhl bis zur Perücke -, eine Bank ohne Cashautomaten und eine Kneipe, in der uns der Besitzer mit einer Goldbarrenkette um den Hals freundlich bedient.  Stoppschilder scheint es im Angebot gegeben zu haben. Sie stehen überflüssig und eingewachsen an mancher Weggabelung.


Wir spazieren durch den Ort, suchen zum Ausklarieren drei verschiedene Häuschen auf. Jeder Offizielle hat hier nämlich ein eigenes kleines Häuschen quer über den Ort verstreut. So finden wir die Port Autority gleich am Anleger der Lagune, die Dame vom Zoll am kleinen Flughafen und die Dame von der Einwanderungsbehörde mitten im Ort, nicht weit von Polizei und Kirche entfernt. Die Offiziellen müssen erst gerufen werden, kommen dann gemächlich angeschlendert und füllen freundlich und singend die vielen nötigen Zettel aus. Computer???  Seeclear, ein Computerformular, das Alfons liebt ???.... nein, so etwas gibt es hier nicht. Lachend wird der Kopf geschüttelt ob solch einer überflüssigen Frage. Der Computer auf dem Tisch don't work.

So einfach ist das. Das würde ich mir in Deutschland auch wünschen. Arbeitsbedingungen, bei denen noch nicht optimiert wurde, das Wort "Zeit" ein Fremdwort ist und die Menschen ihre Arbeit singend erledigen.

Nach einem oder zwei Bier in der einzigen Kneipe fahren wir entspannt zurück zu unserer Murada, die über himmelblauem Sandgrund schwebt und trinken einen letzten Sundowner auf das Naturparadies Barbuda. Hier fällt der Abschied wieder einmal schwer.












Sonntag, 5. Februar 2017

Kolonie der Fregattvögel


Auf Barbados, dieser einsamen Insel mitten im Atlantik finden die Fregattvögel ideale Bedingungen, um ihre Jungen aufzuziehen.

Die Fregattvögel nisten in großen Gruppen mitten im Mangrovengebiet. Ihre Nahrung finden sie gleich nebenan im Atlantik. Sie ernähren sich hauptsächlich von Meeresgetier und Fliegenden Fischen. Diese angeln sie mit ihren langen gebogenen Schnäbeln während des Fluges von der Wasseroberfläche.
Fregattvögel sind begnadete Flugkünstler. Sie sind extrem leicht. Ihre Knochen sind durch Knochenbälkchen stabilisiert und luftgefüllt und betragen nur 5% ihres Körpergewichts. Sie sind damit leichter als jeder andere Vogel. Ihre Flügelspannweite misst 1-1,5m. Sie können tagelang in der Luft bleiben, sich in Höhen von bis zu 4000m Höhe tragen lassen. 
Mit ihren Flugkünsten sind sie jedem anderen Vogel weit überlegen. Es kommt vor, dass sie anderen Vögeln die Beute abjagen, in dem sie diese so lange attakieren, bis die Beute freigegeben wird.  Im Fallen schnappt der Fregattvogel zu. 
Der Name Fregattvogel stammt denn auch von räuberischen Fregatt Schiffen früherer Zeit.

Fregattvögel erreichen ein hohes Alter. Das Durchschnittsalter liegt bei 25 Jahren, es wurde ein Tier mit 34 Jahren gefunden. Jedes Vogelpaar zieht nur ein Junges auf. Auffällig ist der rote Kehlsack der Männchen, der zu Werbungszwecken wie ein Luftballon aufgeblasen wird.




 


  
 












 

Samstag, 4. Februar 2017

Antigua und Barbuda





Nachdem wir in der letzten Karibiksaison als nördlichste Insel der kleinen Antillen Guadeloupe angelaufen hatten, segeln wir in dieser Saison unterbrochen durch kurze Ankerstopps an den schon bekannten Inseln der Kleinen Antillen vorbei und liegen Antigua und Barbuda an.

Antigua, die Insel der Reichen und Schönen empfängt uns in English Harbour mit gepflegtem Ambiente, restaurierten Festungsanlagen und Megayachten. Neben modernen Racern begeistern uns doch mehr die alten Klassiker. Wunderschöne schlanke Rümpfe, gepaart mit feinstem Teak und viel blitzenden Chrom liegen hier an der Pier.

Wir ankern gleich gegenüber der Nelson's Dockyard Marina in der Freeman Bay und klettern empor nach Shirley Hights, einem historischen Gebäude, das jeden Sonntag zu Barbeque mit Steelband Musik einlädt. Wir genießen den grandiosen Ausblick über English Harbour und die benachbarte Falmouth Bay.


Antiguas Küsten sind vielfältig und grandios. So gefällt uns besonders die zum Atlantk offene Ostseite Antiguas. Dort liegen wir direkt hinter der Riffkante in himmelblauem Wasser vor dem kleinen grünen Inselchen Green Island.

Die Westseite Antiguas besticht durch schöne Sandstrände. Jolly Harbour, eine künstlich angelegte ins Wasser gebaute Bungalow Anlage mit eigenen Anlegestegen ist uns zu künstlich und wir segeln ein Stückchen weiter nordwärts in die Deep Bay, eine fast kreisrunde sehr geschützte Bucht mit kleinem Sandstrand. Hier erklimmen wir das ehemalige Fort und winken den von St. John auslaufenden Kreuzfahrern zu.

Weiter führt uns unsere Reise in einem Tagestörn nach Barbuda. Barbuda gehört zu Antigua, ist aber völlig anders. Es erwartet uns ein einziges Naturparadies. Nach aufmerksamer Einfahrt an Sandbänken und Riffen vorbei ankern wir an einem 11sm langen fast unberührten Sandstrand an der Westseite Barbudas.  Codrington, der Hauptinselort liegt hinter einer Lagune. Wir ankern über smaragdblauem Grund. Pelikane stürzen sich direkt neben dem Boot auf der Jagd nach kleinen Fischen kopfüber ins Meer.

Hier auf Barbuda nistet die nach Galapagos zweitgrößte Kolonie von Fregattvögeln. George Jeffrey, ein einheimischer Führer, erklärt uns viel über das Leben auf seiner Insel und fährt uns mit seinem offenen Fischerboot in das Mangrovengebiet dicht an die Nistplätze der Fregattvögel heran, ein einzigartiges Erlebnis.