Freitag, 15. Dezember 2017

Jamaika, wir kommen !







Die Jamaika Flagge wartet auf ihren Einsatz. Nach dem Besuch der dritten ABC Insel Aruba suchen Alfons und Jens, die Skipper der beiden Boote Murada und Lili ein günstiges Wetterfenster für die Überfahrt. Es gilt eine Strecke von 500 Seemeilen zurück zu legen, das karibische Gewässer einmal zu queren. Es ist dabei mit raumen Winden und mitlaufendem Strom zu rechnen.

Es wird ein Wetterfenster gefunden, das wenig Wind und kaum Seegang verspricht. Britta und ich sind begeistert. Schließlich verspricht kein Seegang keine Seekrankheit. Und außerdem sagt uns unsere Erfahrung, dass es die absolute Flaute im freien Seeraum nicht gibt. Jedenfalls hatten Britta und Jens von der SY Lili und wir dies in der Karibik noch nicht erlebt. Es kommt eigentlich immer eher mehr Wind als angekündigt.

Plan gefasst, ausklarieren, ein letzter Sprung ins kristallklare Wasser vor Arubas Stränden und mit gutem Mut und Motorunterstützung aus dem Windschatten der Insel fahren. Am ersten Tag setzen wir bei wenig Wind die weißen Segel und auch den Blister ein. Endlich kommt dieses schöne bunte Tuch einmal wieder aus der Backskiste und wird gelüftet.

Unsere erste Nacht verläuft bis auf einen heftigen Squall in den frühen Morgenstunden unspektakulär. Wir segeln und motorsegeln. Der Squall bringt unsere Murada kurzfristig auf ein gutes Etmal.

Der zweite Tag beginnt nach einem entspannten Frühstück und einer erfrischenden Dusche wieder mit wenig Wind. Der Blister wartet schon auf seinen Einsatz. Dieses mal läuft das Setzen des bunten Tuchs schon flink von der Hand. Der Blister bläht sich auf und zieht unsere Murada kraftvoll durchs ruhige Meer. Da geht ein Ruck durchs Schiff. Der Beschlag, an dem der Blister befestigt ist, hat sich aufgelöst. Schweren Herzens müssen wir unseren "Trumpf bei wenig Wind" bergen und wieder in die Tiefen des Vorschiffs versenken. Wir segeln und motoren über den Tag. Am Abend ist dann vollkommene Flaute. Wir motoren die ganze Nacht durch eine bleierne, schwarze See.

Wie zur Entschädigung für die Motorfahrt erleben wir einen einzigartig schönen Mondaufgang. Erst um 3.30 Uhr in den frühen Morgenstunden geht der Mond auf. Zunächst wird er durch einen schwachen Schein am Horizont angekündigt. Dann hebt sich eine liegende Sichel wie eine Schale aus dem Meer. Die Mondschüssel scheint aus purem Gold zu bestehen. Voll und majestätisch steigt sie wie ein überaus kostbares Schmuckstück aus dem Meer empor. Sie zeichnet sich deutlich ab vom tiefschwarzen ruhigen Meer und dem dunklen von Sternen übersäten Himmel. Die Sternbilder konkurrieren mit abertausenden kleinen und großen Himmelskörpern mit dem Mond um die Wette. In all dem Überfluss zeichnet sich deutlich die Milchstraße ab. In dieser Nacht fallen viele Sternschnuppen.

Gemächlich steigt der Mond höher. Aus der goldenen Sichel wird eine weiße Schale. Und je höher er aufsteigt, desto mehr erhellt er. Anfangs zeichnet sein Licht nur eine glitzende Spur, einer Straße gleich, aufs Wasser. Später steht der Mond hoch am Himmel inmitten der Sterne und beleuchtet die unwirklich scheinende Szene. Umgeben von Wasser schwimmt unser Schiff wie in einem großen See. Wir im Mittelpunkt, begrenzt vom Horizont, über uns die halbe Erdkugel als Sternenhimmel. Dass die ersten Entdecker die Welt für eine Scheibe hielten ist für uns absolut nachvollziehbar in dieser Nacht.

Am dritten Tag kommt endlich der ersehnte Wind auf und wir können die zweite Hälfte der Etappe nach Jamaika unter Segeln zurücklegen. In den frühen Morgenstunden des fünften Tages auf See nähern wir uns der Insel. Es duftet nach Erde und Pflanzen. Wir fahren in die große Bucht von Port Morant. So weit das Auge reicht strotzen die Hügel und Berge voll satter Vegetation. Der Anker fällt tief in der einsamen Bucht. Eine fast spürbare Ruhe senkt sich über uns.

Freundliche Offizielle kommen an Bord. Wir werden von der Küstenwache, der Gesundheitsbehörde, der Einwanderungsbehörde und dem Zoll unter die Lupe genommen. Dann findet die schwarz, gelb, grüne Flagge ihren Weg in die Saling.

Jamaika, uns gefallen die Farben !

Freitag, 8. Dezember 2017

Aruba, Bonaire, Curacao, die drei ABC Inseln


Nach dem Besuch der drei ABC Inseln hier unser Fazit:

Alle drei Inseln sind autonomer Teil der Niederlande. Hier verbringen viele Holländer ihren Urlaub und/oder leben hier. Die Verständigung findet auf Niederländisch, Englisch, Spanisch und Papiamento statt. Alle drei Inseln liegen auf einem Kalkplateau. Auf allen drei Inseln haben wir uns sicher gefühlt. Alle drei Inseln verfügen über einen Nationalpark und eine attraktive Hauptstadt. Bis auf Bonaire gibt es eine eigene Währung neben dem US Dollar. Auf allen drei Inseln konnten wir uns in großen Supermärkte sehr gut versorgen.

Doch obwohl die drei Inseln so viele Gemeinsamkeiten haben, ist jede speziell und einzigartig.

So bedient Aruba mit langen Stränden, feinstem weißen Sand und smaragdfarbenem Meer das Klischee von der Karibik. Täglich legen 2-3 Kreuzfahrtschiffe in Oranjestad an. Edle Hotelanlagen warten auf zahlungskräftige Urlauber.

Bonaire ist ein Eldorado für Taucher. Hier gibt es fast keine Sandstrände. Das Kalkplateau fällt 5 Meter vor der Insel auf 40 Meter ab und dort hat sich eine einzigartige Korallenlandschaft entwickelt. Bunte Rifffische bewohnen die Korallen und das Leben spielte sich für uns hauptsächlich unter der Wasseroberfläche ab.

Curacao, die Insel in der Mitte, ist nicht so einfach zu beschreiben. Am Besten gefiel uns der bunte Markt der Venezuelaner. Mit kleinen Fischerbooten fahren die freundlichen Männer aus Venezuela mit ihrem Obst und Gemüse nach Curacao und verkaufen es in Wilhelmstadt. Die Preise sind reell. Die Mangos und Advocados waren meine Favoriten und köstlich. Die Menschen auf Curacao lieben die Musik. Gerne gehen sie am Abend aus. In den kleinen Kneipen wird Live Musik geboten.

Wenn wir Aruba in den kommenden Tagen verlassen, schauen wir gerne auf die Zeit, die wir auf den ABC Inseln verbringen konnten, zurück. Sie waren für uns ein sicherer Aufenthaltsort während der Hurrikanzeit und während der Regenzeit deutlich trockener als der Rest der Karibik.

In den nächsten Tagen werden wir nach Jamaika segeln. Es gilt eine Segelstrecke von ca. 600 Seemeilen zu bewältigen. Bei gutem Wind hoffen wir in 5 Tagen dort zu sein.....hasta pronto!